Ist die Krise wirklich schon vorbei?: Lieber weiter auf Gold setzen

Goldbarren - Foto: covilha, everystockphoto.com

Goldbarren - Foto: covilha, everystockphoto.com

Ein stärkerer Dollar und Gewinnmitnahmen haben dazu geführt, dass der Goldpreis zum Wochenausklang unter 1.000 Dollar je Unze fiel, nachdem er sich einige Wochen den Großteil der Zeit über dieser magischen Marke gehalten hatte. Aber hat sich eigentlich wirklich etwas geändert?

Es scheint nämlich so, wenn man bedenkt, wie lange der Goldpreis über 1.000 Dollar je Unze notierte, als ob dieses Niveau nicht mehr als der große psychologische Widerstand zu betrachten ist, das es in der Vergangenheit war – sondern nun nur einen weitere Punkt auf dem langfristigen Weg nach oben darstellt. Wann der nächste Ausbruch über die 1.000 Dollar pro Unze erfolgt, und wir sind der Meinung, dass dies auf jeden Fall bald geschehen sollte, hängt kurzfristig wohl hauptsächlich von der Stärke oder Schwäche des US-Dollars ab.

Der jüngste Aufschwung des Dollars pünktlich zum G20-Gipfel in Pittsburgh wurde auch von den wiederholten Beteuerungen von US-Finanzminister Timothy Geitner gestützt, dass die Vereinigten Staaten eine Politik des starken Dollars verfolgen würden. Wie er das allerdings mit der derzeitigen Gelddruckpolitik in Einklang bringen will, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Schließlich sollte das eine das andere ausschließen. Allerdings befindet sich der größte Teil der Volkswirtschaften weltweit in einer ähnlich prekären Lage, sodass der Dollar neben vielen anderen Währungen stark aussieht. Wenn auch nicht wirklich gegenüber Euro und Yuan…

Gegen einen starken Dollar spricht aber doch, dass man zuletzt eine ganze Reihe von Meldungen vernehmen konnte, die darauf hindeuten, dass die angebliche Erholung der Weltwirtschaft, doch nur eine Fata Morgana sein könnte, die durch die häufig wie gleichgeschalteten Medien und durch den Glauben der Öffentlichkeit an deren Aussagen herbeigeredet wird. Natürlich haben die Regierungen auf der ganzen Welt ein Interesse daran, uns aus der Krise „herauszureden“. Aber unserer Ansicht nach gibt es nur wenige harte Fakten, die diese Annahme stützen. Das Gegenteil könnte genauso gut zutreffen.

So ist zum Beispiel ein Anlass zur Sorge, dass in China, das insbesondere im Rohstoffsektor fast im Alleingang den Karren aus dem Dreck gezogen zu haben schien (Wachstum von mehr als 8 Prozent, Einkaufsrausch zur Füllung der Lager), der Motor ins Stottern zu geraten scheint, während es so aussieht als würden die Programme zur Erhöhung der Lagerbestände auslaufen – wenn das nicht bereits geschehen ist. Um ein nachhaltiges Wachstum zu erzielen benötigt selbst China eine stärkere Nachfrage in seinen Exportmärkten. Es scheint zumindest zweifelhaft, dass die Binnennachfrage allein das Wachstum im Reich der Mitte noch sehr viel länger antreiben kann.

Und auch aus den Vereinigten Staaten kommen längst nicht nur ermutigende zahlen. So scheinen die Daten zum Häusermarkt sich wieder zu verschlechtern, nachdem zunächst Anzeichen für eine Besserung aufzutreten schienen. Die Banken verleihen immer noch nur spärlich Kredite. Und auch die Arbeitslosigkeit steigt weiter. Sollte sich da keine Wendung zum Besseren ergeben, werden die Einzelhandelsumsätze in den USA wohl kaum wieder anziehen.

Es scheint also offensichtlich, dass, sollte sich herausstellen, dass die Rezession eben nicht bereits überwunden ist, die Aktienmärkte und die Preise für Industrierohstoffe wieder in den Keller fallen könnten. Auf jedenfall gibt es eigentlich keine wirklichen Gründe für den starken Anstieg der meisten Märkte und auch vieler Basismetalle.

Gold sollte dann andererseits auch weiterhin mindestens als eine Art Absicherungsinvestment gesehen werden. Obwohl bei einem erneuten wirklichen Einbruch der Weltwirtschaft auch das gelbe Metall unter Druck kommen könnte, wenn Institutionen wieder einmal ihre Goldbestände abstoßen müssten, um andere Verpflichtungen zu bedienen. Doch andererseits stehen die Chancen gut, dass ein immer größerer Teil der „Smart Money“ auch weiterhin in Gold investieren würde. Was bereits zum großen Teil dafür verantwortlich ist, dass der Goldpreis in den vergangenen Monaten beständig gestiegen ist, obwohl Statistiker vielleicht eher das Gegenteil erwartet haben.

Es mag also sein, dass sich die Weltwirtschaft tatsächlich jetzt bereits wieder auf dem Weg zu einer wirklichen Erholung befindet. Aber erlauben Sie uns eine gewisse Portion Skepsis: Gold und ausgewählte Goldaktien sollten trotz allen positiven Denkens unserer Ansicht nach einen guten Teil eines jeden Portfolios ausmachen. Und das ist bei weitem noch nicht der Fall – womit wir einen weiteren Treiber für den Goldpreis hätten…

Disclaimer: Die hier angebotenen Artikel stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen, jedwege Haftung diesbezüglich wird ausgeschlossen. Dies gilt insbesondere für unvollständige oder falsch wiedergegebene Meldungen, falsche Kursangaben und redaktionelle Versehen. Die Artikel und Berichte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine wie immer geartete Handlungsaufforderung dar. Zwischen dem Autor und den Lesern dieser Artikel entsteht keinerlei Vertrags- und/oder Beratungsverhältnis.

Werbeanzeigen

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Leitartikel

Eine Antwort zu “Ist die Krise wirklich schon vorbei?: Lieber weiter auf Gold setzen

  1. Interessanter Artikel! Sehr informativ! Vielen dank für die tollen Nachrichten!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s