Schwung holen für den nächsten Run: Analysten erwarten 2010 Aufholjagd bei Goldminenaktien

Agnico Eagle betreibt in Finnland die derzeit größte Goldmine Europas

Trotz – und teilweise gerade wegen – der jüngsten Verluste des Goldpreises rechnen verschiedene Analystenhäuser damit, dass der Preis des gelben Metalls im kommenden Jahr Stärke zeigen und die Kurse der Goldminenaktien 2010 stützen wird. Nach Ansicht der Experten könnten Anleger, die insbesondere in die großen Goldproduzenten investiert haben, im nächsten Jahr einige lang erwartete Gewinne einfahren, da man davon ausgeht, dass der Goldpreis sein historisch hohes Niveau halten können wird.

So sehen zum Beispiel die Experten von RBC Capital Markets den Rückzug des Goldpreises vom Hoch bei 1.225 USD pro Unze als wichtige Phase im längerfristigen Aufwärtstrend des Goldpreises an. Und die Analysten glauben, dass anhaltend hohe Goldpreise die Aktien vieler Goldminenfirmen deutlicher nach oben treiben werden, als es die jüngste Rallye getan hat.

RBC beispielsweise ist der Ansicht, dass bei einer Stabilisierung des Goldpreises – egal ob bei 1.100 oder 1.000 Dollar je Unze – wieder Käufer von Goldaktien in den Markt kommen werden. Denn damit würden sich nach Meinung der Analysten diese Investoren für die nächste Aufwärtsphase des Goldpreises – und dann auch der Aktien – positionieren.

Im Allgemeinen, so RBC weiter, seien die Bewertungsniveaus von Goldaktien mindestens 200 bis 300 Dollar hinter dem Goldpreis zurückgeblieben, als dieser sich auf einem Niveau um die Marke von 1.200 Dollar herum bewegte. Mittlerweile ist der Goldpreis um mehr als 9 Prozent gefallen, nachdem er auf Grund von Zentralbankkäufen und der Dollarschwäche im vergangenen Monat rasant angestiegen war  und dabei Hoffnungen geweckt hatte, dass das gelbe Metall eine Basis auf höherem Niveau ausbilden werde.

Aber die meisten der großen Goldproduzenten haben mit dem 27-prozentigen Anstieg des Goldpreises im laufenden Jahr nicht Schritt halten können. Hohe, lokale Währungen haben bei vielen Unternehmen die Kosten deutlich ansteigen lassen und damit die Vorteile aus dem Anstieg des Goldpreise wieder zunichte gemacht. Der größte „Underperformer“ unter den zehn größten Goldproduzenten ist die südafrikanische Harmony Gold (WKN 851267), die Nummer Fünf der Branche. Vor allem auf Grund des starken Rand sind die Harmony-Aktien 2009 rund 19 Prozent gefallen.

Nach Meiung der Experten von DB Advisors, der Asset-Management-Tochter der Deutschen Bank, haben viele Unternehmen sich einfach bei der Prognose der Geschäftsentwicklung als nicht besonders treffsicher erwiesen. Die Produktion sein oft hinter den Erwartungen zurückgeblieben und die Kosten gestiegen. Was gut für den Goldpreis gewesen sei – aber schlecht für die Kurse der Goldfirmen.

Polyus Gold (WKN A0J4HH), der größte Goldproduzent Russlands, war der einzige unter den Top-Ten der Branche, der besser performte als der Goldpreis. Die Aktien des Konzerns haben sich bereits mehr als verdoppelt, da ein Aktionärskonflikt beigelegt werden konnte, der Rubel an Wert verlor und das Unternehmen über gute Wachstumsaussichten verfügt.

In der Vergangenheit haben viele Goldfirmen keine großartige Rendite abgeworfen, im Vergleich zu Kupferproduzenten beispielsweise, aber Analysten sind der Ansicht, dass Branchengrößen wie AngloGold Ashanti, Newmont and Barrick schon bald bessere Renditen abwerfen könnten.

Einige dieser Produzenten hatten Probleme, von den steigenden Goldpreisen zu profitieren, da sie an unvorteilhafte Hedging-Deals gebunden waren. In der Zwischenzeit haben aber sowohl AngloGold als auch Barrick ihre Hedging-Programme geschlossen und man geht nicht davon aus, dass solche Absicherungsgeschäfte in näherer Zukunft wieder aufgenommen werden.

Für 2010 hängt viel vom Ausblick für den Goldpreis ab. Gelingt es diesem, sich auf hohem Niveau zu stablisieren, stehen die Chancen gut, dass die Goldminenaktien erhebliche Unterstützung finden. Eine Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters unter Rohstoffanalysten zeigte, dass alle Befragten davon ausgingen, dass der Goldpreis das Jahr 2009 nördlich der Marke von 1.000 US-Dollar je Unze beenden wird – und viele Experten erwarten auch 2010 einen weiter starken Goldpreis.

So hob beispielsweise die HSBC ihre Goldpreisprognose für 2010 auf 1.150 Dollar je Unze an, da man mit Nachfrage zur Absicherung gegen Inflations- und Währungsrisiken rechnet. Und auch die Bank of America Merrill Lynch erklärte, man rechne im kommenden Jahr mit einem durchschnittlichen Goldpreis von 1.100 Dollar.

Die Experten von RBS Global Banking & Markets erwarten zwar bis ins erste Quartal 2010 keine erheblichen Anstiege vom aktuellen Niveau aus, rechnen aber auch nicht mehr mit signifikanten Verlusten. Sie gehen davon aus, dass das Interesse an Gold bestehen bleiben wird.

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Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “Schwung holen für den nächsten Run: Analysten erwarten 2010 Aufholjagd bei Goldminenaktien

  1. Hallo
     
    Danke für diesen interessanten Beitrag!
    Generell würde ich es so sehen, dass man mit Edelmetallanlagen nicht
    so viel verkehrt machen kann wie etwa mit Immobilienktien, wo es oftmals ein Glücksspiel ist, was man am Ende dabei
    rausbekommt. Auch wenn die Rendite bei Edelmetallen wie Gold oder Platin klein(er) ist – gegeben ist sie auf jeden Fall.
    Aber das ist denke ich auch ein Stückweit Geschmacks- und Persönlichkeitssache

    Grüße
    Konstantin

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