CPM Group: Winkt eine langfristige Goldpreishausse?

Foto: Goldbarren

Wenn das Szenario eintrifft, das die CPM Group in ihrem aktuellen Goldjahrbuch zeichnet, könnte der Goldpreis über einen langen Zeitraum gewaltige Unterstützung erhalten – und volatiler werden.

Die Analysten des Research-Hauses, das sich unter anderem auf den Rohstoffmarkt spezialisiert hat, erwarten, dass der gewaltiger globaler Umbruch in der Zusammensetzung der Investment-Portfolios weiter geht. Das geht aus dem jüngst veröffentlichten Gold-Jahrbuch der Experten hervor. Profiteur in diesem Fall ist der Goldpreis – und der soll es nach Meinung der CPM Group noch eine ganze Zeit lang bleiben.

Hinter dieser Prognose der CPM Group steckt kein kurzfristiger Modetrend, dem Investoren – wie sonst so gerne – nachlaufen. Es sind viel mehr die Erfahrungen der vergangenen Jahre, geprägt unter anderem vom Platzen der Dotcom-Blase sowie dem Desaster am US-Immobilienmarkt und seinen immensen Folgen für die Wirtschaft und Finanzsysteme, die die vergangenen Monate geprägt haben. Die Erfahrungen, die aktuell durch die Schuldenkrise Griechenlands weiter genährt werden, führen zur Umschichtung gewaltiger Summen in den Portfolios der Großanleger. Die Devise heißt: Raus aus Papierwerten wie Anleihen oder Aktien, rein in reale Werte wie Gold. Das Metall profitiert heute wie seit jeher von seinem Image als wertbeständige „Krisenwährung“.

Angesichts der Summen, die global von Institutionellen Investoren, Zentralbanken oder Fonds bewegt werden, reichen schon kleine prozentuale Verschiebungen in der Asset Allocation, um auf Einzelmärkten gewaltige Nachfrageschübe auszulösen. So ist es nur auf den ersten Blick unspektakulär, dass CPM in den kommenden Jahren einen Anstieg des Goldanteils an den global gehaltenen Assets auf 1 Prozent oder sogar 2 Prozent erwartet. Tatsächlich bedeutete dies, dass Investoren in den kommenden Jahren hunderte Millionen von Goldunzen in die Tresore packen würden und dass eine entsprechende zusätzliche Nachfrage entstehen wird.

CPM erwartet, dass Investoren 2010 rund 39,8 Millionen Unzen Gold erwerben werden, fast 3 Millionen mehr als im vergangenen Jahr. Der Produktionsanstieg der Goldminen soll gerade einmal die Hälfte des Anstiegs decken, so die Prognose der Experten: Eine Förderung von 57,1 Millionen Unzen Gold wird erwartet, etwa 55,6 Millionen Unzen waren es im vergangenen Jahr.

Diese Zahlen muss man zudem noch in ein Gesamtbild einordnen. Experten prognostizieren einen Anstieg der Goldnachfrage nicht nur von Seiten der Finanzinvestoren, die ihre Portfolios umschichten. Der wachsende Wohlstand in Boomländern wie China und Indien lasse auch von dort die Goldnachfrage wachsen. Es wird zum Beispiel erwartet, dass China die Goldimporte deutlich aufstocken muss. Hinzu kommt der erwartete wirtschaftliche Aufschwung. Das bringe zusätzliche Nachfrage in den Markt. Dass eine Ausweitung der Minenproduktion oder das Recycling von „Altgold“ diesen Nachfrageschub bedienen kann, glaube niemand ernsthaft. Erst recht nicht vor dem Hintergrund, dass unter anderem aufgrund der Finanzmarktkrise und der damit einher gehenden Probleme bei Projektfinanzierungen die Explorationsinvestitionen sinken sollen.

Was dies für den Goldpreis bedeuten kann, leuchtet schnell ein. Die auseinander klaffende Schere von Angebot und Nachfrage ist immer der beste Grund, an steigende Notierungen zu glauben. Da hier ein langfristiger Trend dahinter steckt, wenn die Prognosen der CPM Group und anderer Marktexperten zutreffen, wirkt das Argument umso schwerer. Für Investoren wird es aber nicht unbedingt einfacher, dafür aber nervenaufreibender. Bei CPM rechnen man aufgrund der Verschiebungen in den Portfolios der Großanleger, die sich bereits seit Jahren verstärkt dem Goldinvestment widmen und nun Bestände aus Gründen der Diversifikation mit hohen Gewinnen teilweise wieder abbauen, mit einer verstärkten Volatilität beim Goldpreis.

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