Australien: Geordneter Rückzug bei den Plänen für neue Rohstoffsteuer?

Nickel-Raffinerie der BHP Billiton

Nach massiver Kritik an ihrer geplanten Rohstoffsteuer könnte sich in der australischen Regierung etwas bewegen. Nach Medienberichten sind Gerüchte im Markt, dass an den Steuerplänen noch deutliche Korrekturen erfolgen könnten.

Die Gerüchte sorgen am Donnerstag für steigende Kurse vor allem bei solchen Minenaktien, die sich massiv auf dem australischen Kontinent in der Förderung von Rohstoffen engagieren. So steigt zum Beispiel die Aktie von BHP Billiton (WKN: 850524) um 3,1 Prozent. Die Papiere von Rio Tinto (WKN: 852147) legen 4,4 Prozent zu. Bei Xstrata (WKN: 552834) geht es um 3,7 Prozent nach oben, während Macarthur Coal (WKN: 675540) um 4,2 Prozent zulegen kann – hier hatte es zuletzt aufgrund der geplanten Steuer eine Senkung des Übernahmeangebotes durch die US-Company Peabody Energy (WKN: 675266) gegeben. Die Aktien zeigen sich damit in einem freundlichen Marktumfeld überproportional stark im Plus.

Hintergrund für die Entwicklung sind Berichte zweier australischer Zeitungen. Demnach könnte der Premierminister des Landes, Kevin Rudd, bereit sein, die Hürde für die Erhebung der von der Branche so stark kritisierten Steuer deutlich anzuheben. Mit der Steuer will der Staat Gewinne aus dem Minengeschäft abschöpfen, die seiner Meinung nach unverhältnismäßig hoch sind. Derzeit wird die „Profit-Grenze“ bei einer Gesamtkapitalrendite rund 5,3 Prozent gesehen.

Nun könnte diese Grenze wesentlich höher angesetzt werden. In den Berichten der australischen Medien ist von bis zu 12 Prozent als Hürde bei der Gesamtkapitalrendite die Rede, ab der die Steuer erhoben werden soll. Von Seiten der australischen Regierungsstellen gibt es zu den Berichten keine aussagekräftigen Kommentare, die Licht ins Dunkel der Gerüchteküche bringen.

Zuvor hatte es massive Kritik an den Plänen der Rudd-Administration gegeben. Vielfach wurde von Seiten der Minenbetreiber mit dem Rückzug oder den Stopp von Investitionen gedroht. Jüngst sprach Tom Albanese, Unternehmenschef von Rio Tinto, offen Kritik auf und warte Australiens Politiker vor den Folgen. Die Steuer, die im Jahr 2012 in Kraft treten soll, erhöhe die Risiken und Kosten bei Minenprojekten, schädige zudem den Ruf Australiens als Standort der Bergbauindustrie.

Mit dem ersten Entgegenkommen, dass sich hier anbahnen könne, dürfte die Minenindustrie in Australien sich aber kaum zufrieden geben. Selbst eine erhöhte Hürde für die Erhebung der Steuer würde dem Umfeld für Investitionen in den Bergbausektor Australiens langfristig Schaden zufügen, glaubt man bei Xstrata. Medienberichten zufolge wünscht man sich in den Chefetagen der Minen-Konzerne eine ergebnisoffene Debatte über alle Punkte der „Supersteuer“. Ob die australische Regierung dazu tatsächlich bereit ist, bleibt auch nach den heutigen Berichten abzuwarten.

Die hier angebotenen Artikel stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen und GOLDINVEST.de und seine Autoren schließen jede Haftung diesbezüglich aus. Die Artikel und Berichte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine wie immer geartete Handlungsaufforderung dar. Zwischen GOLDINVEST.de und den Lesern dieser Artikel entsteht keinerlei Vertrags- und/oder Beratungsverhältnis.

Werbeanzeigen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Leitartikel

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s