Medienberichte: Vale läutet Eisenerz-Preiserhöhungen ein

Eisenerz in Nahaufnahme

Eisenerz in Nahaufnahme

Es sind Nachrichten, die – wenngleich sie aufgrund der Preisentwicklungen zu erwarten waren – in der Stahlbranche überhaupt nicht gut ankommen. Der größte Eisenerzproduzent der Welt Vale will die Preise für Eisenerz deutlich anheben.

Die Nachricht hat Signalqualität: Die brasilianische Vale (WKN: 897136), früher Vale do Rio Doce, will die Preise für Eisenerz um 35 Prozent auf 145 Dollar je Tonne anheben. Die brasilianische Tageszeitung „O Estado de Sao Paulo“ nennt keine Quelle für die berichtete geplante Höhe der Anhebung. Allerdings wird ein hochrangiger Manager des Konzerns genannt, der bestätigt, dass es zu Preiserhöhungen kommen wird. In Kürze soll der Eisenerz-Förderer Details zu den geplanten Anhebungen veröffentlichen. Kommentare zu dem Bericht werden von Seiten Vales nicht abgegeben.

Das brasilianische Unternehmen ist dabei nicht irgendein Vertreter der Branche. Der Konzern ist weltweit der größte Exporteur von Eisenerz und eines der größten Unternehmen des Bergbau-Sektors überhaupt. Die Preisanhebung hat damit ein gewaltiges Gewicht für den Markt – gerade vor dem Hintergrund, dass zuletzt unter anderem aus China und Südkorea Bestrebungen von politischer Seite zu vernehmen waren, große Eisenerz-Verarbeiter zu Nachfrage-Gemeinschaften zusammen zu schließen. Während hier noch diskutiert wird, schaffen die Bergbauunternehmen Fakten.

Ganz überraschend kommt der Schritt nach der deutlichen Aufwärtsbewegung der Eisenerz-Notierungen in der vergangenen Zeit nicht. Die Aussichten auf eine weltweite Konjunkturerholung, insbesondere in Boom-Ländern wie China und Indien, und ein Ende der Finanzmarktkrise haben die Preise für den konjunktursensiblen Rohstoff steigen lassen. Zuletzt hatte es eine Konsolidierung der Eisenerz-Preise gegeben, unter anderem als Folge erster Sorgen über die wirtschaftliche Entwicklung.

Dennoch erwarteten Experten bereits, dass die Eisenerz-Förderer ihre Tonnagepreise an die Entwicklung auf dem Spotmarkt anpassen werden. Die Preiserhöhung trifft den Markt damit nicht komplett unvorbereitet, zumal Vales Preise nach Aussagen von Konzernmanagern zuletzt unter den Spotmarktpreisen für den chinesischen Markt gelegen haben sollen. Diese Differenz will der Konzern mit der geplanten Erhöhung nun offenbar kompensieren.

Der Schritt wird zudem in die Umstellung der Lieferverträge auf eine quartalsweise Anpassung der Preise eingeordnet – eine Neuordnung der Marktverhältnisse, die in weiten Teilen der Stahlbranche auf große Kritik trifft. Eine quartalsweise Anpassung der Lieferpreise senke die Planungssicherheit für Stahlproduzenten auf ein Minimum, schimpft die Branche.

Die hier angebotenen Artikel stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen und GOLDINVEST.de und seine Autoren schließen jede Haftung diesbezüglich aus. Die Artikel und Berichte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine wie immer geartete Handlungsaufforderung dar. Zwischen GOLDINVEST.de und den Lesern dieser Artikel entsteht keinerlei Vertrags- und/oder Beratungsverhältnis.

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