Geduld gefragt, aber: Atomkraftboom verheißt Potenzial für kanadische Uranfirmen

Bau eines Reaktors in Japan, Foto: Cameco Corp.

Nach Ansicht vieler Analysten dürften die kanadischen Minenfirmen des Uransektors von den Plänen Chinas – und anderer Länder – ihre Atomstromkapazitäten bis 2020 annähernd zu verdoppeln, profitieren. Allerdings sei noch Geduld gefragt, hieß es auch.

Anleger, die sich an Minenfirmen aus dem Uransektor beteiligen, dürften im bevorstehenden Boom der Atomkraft schöne Gewinne erzielen können, meinen Experten. Damit diese aber wirklich groß ausfallen, sollten sich die Investoren in Geduld üben können. Die Renaissance der Atomkraft finde vor allem in Asien statt, hieß es, wo China plane, die Atomstromkapazitäten bis 2020 zu verdoppeln. Gleichzeitig hat Russland erklärt, man werde die Abreicherung von Nuklearwaffen bzw. den Export des so gewonnenen Materials ab 2013 stoppen. Was laut Aussage einiger Experten zu einer Lücke von 20 Mio. Pfund Uran im bereits jetzt knappen Angebot führen werde.

Damit würden kanadische Firmen, so Analysten, wie Uranium One und Cameco Corp, der größte Uranproduzent der Welt, über erhebliches Potenzial verfügen. So rechnen beispielsweise die Experten von RBC Capital Markets ab 2012 / 2013 mit einem Angebotsdefizit, das sich bis 2020 auf 100 Mio. Pfund Uran ausweiten sollte. Nach Ansicht der Experten sei bereits ab Ende 2011 mit einem deutlichen Anstieg der Uranpreise zu rechnen.

Eine steigende Nachfrage und damit deutlich höhere Preise wären nach Ansicht von RBC gute Neuigkeiten für die in Saskatchewan, Kanada, ansässige Cameco, die bereits einen Deal abgeschlossen hat, das Uran für die Atomkraftwerke zu liefern, die China derzeit baut. Das Unternehmen rechne damit, einen ähnlichen Vertrag mit Indien abzuschließen, wo man auf eine Vervierfachung der Atomstromkapazitäten bis 2020 abzielt.

Die Fondsmanager von First Asset, die Aktien von sowohl Cameco als auch Uranium One halten, weisen darauf hin, dass man den Kursanstieg bei den Uranaktien wahrscheinlich verpassen werde, warte man darauf, dass die Kraftwerke gebaut werden und das Uran gefördert, bestellt und ausgeliefert sei. Kaufe man jetzt, wo die Kurse vielfach noch am Boden liegen würden, sollte sich in 12 Monaten die Belohnung einstellen.

Der Uranspotpreis erreichte im Juni 2007, vor Beginn der Weltwirtschaftskrise, ein Hoch von 136 USD pro Pfund. Mittlerweile liegt der Spotpreis für das Pfund Uran nur noch bei 45 USD je Pfund. First Asset geht davon aus, dass der Preis bis 2011 weder groß steigen, noch fallen wird. Sollte China allerdings schon jetzt damit beginnen, seine Lagerbestände aufzufüllen, könne der Spotpreis schnell in den Bereich von 70 USD pro Pfund vorstoßen. Allerdings wird der Großteil des verfügbaren Urans aus dem Bergbau gar nicht am Spotmarkt gehandelt, sondern über langfristige Lieferverträge geregelt. Hier pendeln die Preise für ein Pfund des strahlenden Materials zwischen 60 und 70 USD.

Die derzeit laufenden Reaktoren weltweit benötigen derzeit 69.000 Tonnen Uran pro Jahr. Nach Aussage der World Nuclear Association könnte sich dieser Bedarf bis 2030 allerdings verdoppeln, sollten alle geplanten neuen Atomkraftwerke auch tatsächlich gebaut werden.

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