Potash-Saga: K+S bringt sich ins Übernahmespiel ein

K + S zeigt nun auch Interesse

BHP Billiton sieht sich bei der angestrebten Übernahme von Potash auf einem guten Weg. Bei K+S hält man unterdessen eigene Akquisitionen für machbar.

Das Wochenende hat im Kampf um den Kalimarkt einige neue Meldungen gebracht. So ist die Unternehmensspitze bei BHP Billiton (WKN: 850524) optimistisch, die kanadische Potash (WKN: 878149) zu erwerben. Gegenüber US-Medien macht man deutlich, dass das Angebot – je Aktie von Potash will BHP 130 Dollar zahlen – nicht erhöht wird. Außerdem seien die Mitbewerber nicht gerade in einer komfortablen Situation. Damit hat BHP recht.

Rio Tinto (WKN: 855018) muss noch immer den Megakauf Alcan (WKN: 850204) integrieren, Vale (WKN: 897998) aus Brasilien hat bereits sein Desinteresse bekundet. Bleibt noch ein mögliches Angebot aus China, doch das Reich der Mitte hat übers Wochenende geschwiegen.

BHP plant bereits die Zukunft von Potash, obwohl noch keine Verträge unterschrieben sind. Das Interesse der Australier gilt vor allem dem Kalibereich, andere Sparten könnten gleich nach dem Erwerb wieder veräußert werden. In dieser Hinsicht hat sofort Agrium (WKN: 886256) aus Kanada den Finger erhoben. Der Düngemittelproduzent scheint Interesse an den Sparten Stickstoff und Phosphat zu haben. Deren Wert liegt laut Schätzungen bei rund 12 Milliarden Dollar.

Die deutsche K+S (WKN: 716200) beobachtet die Entwicklung am Markt aufmerksam und zugleich gelassen. Dies sagt Finanzvorstand Jan Peter Nonnenkamp gegenüber der „Börsen-Zeitung“. Große Sorgen scheint sich der Dax-Konzern nicht zu machen. Man sieht auch nach einer Übernahme in Kanada ausreichend Raum für das eigene Unternehmen.

Nonnenmacher überlegt laut, ob K+S nicht selber Übernahmen tätigen solle. Die Bewertungen am Markt sind derzeit günstig. Finanziell hat K+S inzwischen wieder einige Möglichkeiten, die Verschuldung wurde verringert, mehr Bargeld ist in der Kasse und Kreditlinien über 800 Millionen Euro stehen für die kommenden fünf Jahre bereit. Damit lässt sich am Markt auf eine günstige Gelegenheit reagieren. Deutlich wird jedoch, dass diese Gelegenheit weder Potash noch Mosaic heißt. Beide Unternehmen sind zu groß, um von K+S, der Nummer 4 am Markt, geschluckt zu werden. Anscheinend sind eher die kleineren Nischenspezialisten etwas für K+S, um das Portfolio zu ergänzen.

Keine Äußerungen von Seiten der Deutschen gibt es bisher zu der Tatsache, dass BHP Teile von Potash verkaufen möchte. Doch der zweistellige Milliardenwert der entsprechenden Sparten dürfte etwas über dem Niveau liegen, das K+S investieren möchte.

Nicht unmöglich erscheint, dass K+S früher oder später selber doch ein Übernahmeziel wird. Die Marktkapitalisierung liegt nur bei rund 8 Milliarden Euro, es gibt keinen großen Hauptaktionär, damit fehlt ein Ankerinvestor, die meisten Aktien liegen im Streubesitz. Das macht es für Interessenten einfacher, sich mit einem entsprechend attraktiven Angebot durchzusetzen. Die Möglichkeiten von K+S, sich dagegen zu wehren, sind nicht sehr ausgeprägt. Dessen ist man sich in der Unternehmensführung bewusst.

Wenig Lob gibt es von den Analysten der Credit Suisse für Papiere von K+S. Die Experten kritisieren die Fundamentaldaten als eher unattraktiv. Sie belassen das Rating bei „hold“, das Kursziel liegt bei 43,00 Euro. Die Schweizer halten eine Übernahme von K+S für eher unwahrscheinlich. Zu viel Kursphantasie muss demnach erst gar nicht aufkommen.

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