Eisenerz: Chinesische Pause endet bald

Eisenerz in der Nahaufnahme

Eisenerz: Chinesische Pause endet bald

Der Konsum von Eisenerz soll in China bald wieder anziehen. Experten gehen davon aus, dass die Nachfrage im kommenden Jahr wieder steigen wird.

China boomt. Doch die Nachfrage nach Eisenerz erlebt derzeit einen Rückschritt. Grund sind regulatorische Einschränkungen durch chinesische Behörden. Das Land muss Strom sparen, um die Ziele eines Fünf-Jahres-Planes zur Einsparung von Energie zu erreichen. Dies trifft auch die Stahlproduzenten. Diese wurden von offizieller Stelle aufgefordert, ihre Produktion kurzzeitig zu drosseln oder in Teilbereichen einzustellen. Von diesem Stopp ist ebenfalls die Nachfrage nach Eisenerz betroffen. Die Folgen zeigen sich: Zum ersten Mal seit sieben Monaten ist der Eisenerzimport im August in China rückläufig gewesen.

Doch von Unternehmensseite kommt Entwarnung. Jose Carlos Martins von Vale (WKN: 897998) glaubt, dass sich der größte Stahlmarkt der Welt, gemeint ist China, schon Anfang 2011 wieder erholen wird. Die verlangsamte Nachfrage soll nur zwei bis drei Monate dauern. Danach sollte China wieder auf den Wachstumszug aufspringen. Sein Unternehmen sollte sich entsprechend vorbereiten.

Ein Hinweis, dass Nachfrage und Produktion wirklich wieder ansteigen, kommt aus China selber. Der dortige Stahlproduzent Baosteel will seine Preise im Oktober wieder anheben. Das deutet auf eine steigende Nachfrage hin.

Vale rückt unterdessen nicht von seinen Investitionsplänen in China ab. Das Land bleibt für die Brasilianer ein bedeutender Handelspartner. Inzwischen ist China der wichtigste Markt für Eisenerz geworden. Entsprechend will Vale im Land präsenter auftreten. Man plant ein großes Verteilerzentrum in Qingdao. Derzeit wartet man auf die entsprechenden Genehmigungen. Die Bedeutung der Region für Vale macht noch ein weiterer Aspekt deutlich. Aktien von Vale sollen künftig in Hongkong gehandelt werden. Die Vorbereitungen laufen. Interesse gibt es zudem, sich an der Börse von Shanghai zu engagieren, sobald diese ihr Parkett für ausländische Firmen öffnet.

In China gibt es derweil Überlegungen, den Preis für das wichtige Erz mitzubestimmen. Bisher ist man stark auf die liefernden Unternehmen angewiesen. Diese haben erst kürzlich eine Umstellung bei den Verträgen erreicht. Die Lieferverträge werden nicht mehr für ein Jahr ausgehandelt. Neue Verträge haben nur noch eine Laufzeit von einem Quartal. Das macht die Preisgestaltung schwieriger, bei höherer Nachfrage sind Preissteigerungen leichter durchführbar. Dagegen will China vorgehen. Allerdings liegen die Preise für das im Oktober startenden Quartal um 13 Prozent niedriger als bisher.

Dennoch gibt es Pläne der chinesischen Erz- und Eisenvereinigung (CISA), die Preisgestaltung zu verändern. Demnach sollen die Erzpreise von den Stahlpreisen abhängig werden. So würde China zum Preisgestalter werden, man wäre in der aktiven, dynamischen Rolle. Bei Vale holt sich die Vereinigung mit ihrem Vorschlag jedoch eine klare Abfuhr. Jose Carlos Martins erklärt, dass es sich beim Stahl- und beim Erzmarkt um zwei verschiedene Märkte mit unterschiedlicher Dynamik handele. Daher sieht er keinen Sinn darin, das System zu verändern. So versucht jeder, das Beste aus der Situation herauszuholen.

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