Mammutprojekt im Eis: ArcelorMittal – Baffinland kann zur Megaförderstätte werden

Bei ArcelorMittal setzt man bei der künftigen Versorgung mit Eisenerz auf eine sehr unwirtliche Region. Doch die Hoffnungen sind groß.

Glencore zu den weltweit führenden Rohstoffkonzernen und umfasst unter anderem die Produktion, Verarbeitung und Handel mit Aluminium

Eisenvererzung

Die Region von Baffin ist bisher wahrscheinlich nur einigen Geographen und Botanikern ein wirklicher Begriff. Die Baffin Insel gehört zu Kanada und hat eine Größe von mehr als 500.000 Quadratkilometern. Die fünftgrößte Insel der Welt wird dabei nur von rund 11.000 Personen bewohnt. Sie liegt nördlich der Provinz Quebec und westlich von Grönland. Im Norden der Insel gibt es Blei- und Zinklagerstätten. Rund 1.000 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Iqaluit will ArcelorMittal (WKN: A0M6U2) künftig einen weiteren Rohstoff aus dem vereisten Boden herausholen. Eisenerz soll künftig aus der entfernten kanadischen Provinz nach Europa transportiert werden.

Bei ArcelorMittal hat man große Hoffnungen, dass die Liegenschaft von Mary River zu einer der künftigen Säulen der Gesellschaft wird. Man ist zu 70 Prozent an dem Projekt beteiligt, die verbleibenden 30 Prozent werden von einer privaten Investmentgesellschaft aus den USA gehalten. Die Investitionskosten für das Mammutprojekt werden mit 4 Milliarden Dollar angegeben. Erstes Förderziel von ArcelorMittal ist es, eine jährliche Produktion von 18 Millionen Tonnen bis 20 Millionen Tonnen Eisenerz zu schaffen. In der Unternehmensspitze ist man jedoch schon optimistischer. Selbst eine Förderung von bis zu 100 Millionen Tonnen pro Jahr wird nicht ausgeschlossen. Zum Vergleich: 2010 hat die Gesellschaft insgesamt 49 Millionen Tonnen eigenes Erz in ihren Stahlanlagen verbraucht.

Bis zur Aufnahme der Förderung ist es jedoch noch ein weiter Weg. Für 2015 oder 2016 ist eine erste Förderung ins Visier genommen worden. Zunächst muss im laufenden Jahr eine Machbarkeitsstudie durchgeführt werden. Zudem stehen umweltpolitische Aspekte im Fokus. Mit den lokalen Inuit-Einwohnern muss ebenfalls eine Einigung über die Ausbeutung des Bodens erzielt werden.

Nicht zu unterschätzen ist zudem das Transportproblem. Die Insel liegt buchstäblich im Nichts, es gibt nur wenig Infrastruktur. Der harte, lange Winter birgt weitere Unwägbarkeiten, monatelang ist es auf der Insel absolut dunkel.

Nach derzeitigem Stand will ArcelorMittal von der Förderstätte aus eine 140 Kilometer lange Eisenbahnstrecke zu einem Hafen bauen. Von dort soll das Erz mit Hilfe von Eisbrechern nach Europa transportiert werden. Allerdings kann der Hafen aufgrund der Klimabedingungen nur drei Monate im Jahr öffnen. In dieser kurzen Zeit muss das gesamte Erz verschifft werden. Möglicherweise wird der Transport zunächst jedoch über eine Zwischenlösung ablaufen. Lastwagen könnten jährlich bis zu 2,5 Millionen Tonnen Erz von der Mine abtransportieren. Langfristig ist diese Alternative jedoch nicht lohnend. Wahrscheinlich im Jahresverlauf wird die Gesellschaft entscheiden, wie die Planung für Mary River letztlich aussehen wird.

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