Preiswende voraus?: Uran – Unternehmen spekulieren auf steigende Preise

Uranerz

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Der Preis für das Pfund Uran hat sich nach seinem „Japan-Crash“ zuletzt wieder etwas erholen können. Unternehmen setzen auf steigende Preise in der zweiten Jahreshälfte. Und in Fernost hält man an den Ausbauplänen für die Atomenergie fest.

Die Folgen des Erdbebens und des anschließenden Tsunamis in Japan haben die Uranbranche massiv getroffen. Der Preis des radioaktiven Materials ist infolge der Havarie des Atomkraftwerkes im japanischen Fukushima stark unter Druck geraten. Kurse, die einst deutlich über 70 Dollar für das Pfund Uran lagen, sind derzeit bei Kursen oberhalb von 57 Dollar nicht weit vom „Nach-Japan-Tief“ entfernt.

Das gleiche gilt für Aktien aus dem Sektor, die infolge der Verkaufswelle nach dem Atom-Desaster in Japan ebenfalls mehr oder weniger große Kursverluste verzeichnet haben. So ist zum Beispiel die Aktie des Branchenriesen Cameco (WKN: 882017) an der NYSE bis auf 26 Dollar abgestürzt. Das Jahreshoch wurde Mitte Februar bei 44,81 Dollar erreicht, die Kurse kamen aber bereits vor dem Erdbeben in Japan ins Rutschen. Kleinere Unternehmen wie Macusani Yellowcake (WKN: A1CSGH) blieben vom Kursrutsch ebenfalls nicht verschont. Die Aktie hat vom Hoch, erreicht an der Börse Toronto Mitte Februar bei 1,23 Kanadischen Dollar (CAD), massiv nachgegeben und versucht sich derzeit an einer Stabilisierung oberhalb von 0,28 CAD.

Dass der Absturz völlig übertrieben ist, sollten Anleger eigentlich nicht erst seit heute wissen. Gleichwohl ist die Panik verständlich, denn die zeitweilig drohende Verseuchung der Metropole Tokio hat das Bewusstsein für die Atomenergie bei vielen Menschen geändert und weltweit Diskussionen um ihre Zukunft ausgelöst. Mittlerweile aber kehrt mehr und mehr Ruhe ein und es zeichnet sich ab, dass die tragischen Ereignisse in Japan bei weitem nicht den Anfang vom Ende der weltweiten Atomenergienutzung darstellen.

Im Gegenteil: Der Branche steht immer noch ein deutliches Wachstum bevor. Darauf deuten zumindest Äußerungen hin, die jüngst Atomenergiebehörden aus China und Indien getroffen haben. Beide Länder müssen ihre Energie-Infrastruktur umfangreich ausbauen, wenn sie dem Wirtschaftswachstum und den steigenden Bedürfnissen der Bevölkerung nach Energie gerecht werden wollen. Beim Ausbau der Stromversorgung spielt die Atomkraft in beiden Ländern eine wichtige Rolle, wie in den vergangenen Tagen noch einmal bestätigt wurde. So will China seine atomaren Kapazitäten bis zum Jahr 2020 verachtfachen, während Indien bis 2030 die Produktion verdreizehnfachen will.

Der Ausbau-Boom in Fernost hat immense Folgen auf die Nachfrage nach Uran – ein Effekt, der durch Abschaltungen wie in Deutschland bei weitem nicht kompensiert werden kann. Und so glaubt man nicht nur in der uranabbauenden Branche, dass sich die Atomstromkapazität binnen einer Generation etwa verdoppeln wird. Dass die Branche die Produktionskapazitäten parallel in ähnlichem Ausmaß steigern kann, ist dagegen mehr als fraglich.

So ist mit weiter steigenden Preisen zu rechnen. Schon heute hortet manches Unternehmen abgebaute Erze und lagert diese auf Halde in Erwartung steigender Preise in den kommenden Monaten. Eine leichte Erholung zeigt sich bereits im Preis für das Pfund Uran. Eine Trendwende kann man aus dem jüngsten Kursgewinn zwar noch nicht herleiten, aber das kann sich noch ändern.

Die hier angebotenen Artikel stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die GOLDINVEST Media GmbH und ihre Autoren schließen jede Haftung diesbezüglich aus. Die Artikel und Berichte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine wie immer geartete Handlungsaufforderung dar. Zwischen der GOLDINVEST Media GmbH und den Lesern dieser Artikel entsteht keinerlei Vertrags- und/oder Beratungsverhältnis. Wir weisen darauf hin, dass Partner, Autoren und Mitarbeiter der GOLDINVEST Media GmbH Aktien der jeweils angesprochenen Unternehmen halten oder halten können und somit ein möglicher Interessenkonflikt besteht.

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