Nur kurzfristige Verknappung: Steigende Lithiumnachfrage, dürfte durch größeres Angebot ausgeglichen werden

Arbeiten auf Lithium Ones Projekt in Argentinien

Arbeiten auf Lithium Ones Projekt in Argentinien

Der boomende Markt für Elektroautos wird die Nachfrage nach Lithium deutlich anziehen lassen, glauben Analysten. Dennoch sei es unwahrscheinlich, dass eine Angebotsknappheit von langer Dauer sein werde.

Sollte die Nachfrage beginnen schneller zu wachsen als der Markt erwartet, könnte das Angebot an Lithium kurzfristig knapp werden, meinen die Experten von signumBOX. Es sei aber unwahrscheinlich, dass diese Situation lange andauern werde, da neues Angebot auf den Markt kommen werde. Nicht nur von neuen Produzenten, sondern auch von den bestehenden, so die Analysten weiter.

Da Lithium für Batterien von Handy, Laptops und anderen digitalen Geräten verwendet wird, deren Popularität im vergangenen Jahrzehnt beträchtlich gestiegen ist, explodierte die Nachfrage nach dem silbrig weißen Metall geradezu. Und diese Entwicklung hat auch das Interesse der Bergbaubranche auf sich gezogen. Ungefähr 80 neue Lithium-Projekte wurden in den letzten vier fünf Jahren bekanntgegeben, so signumBOX. Dennoch dauere es mindestens drei bis vier Jahre, bis ein Projekt auf kommerziellem Niveau produzieren könne.

Besonders viele Projekte wurden im südamerikanischen Lithium-Gürtel in Angriff genommen, der sich über die Gebirgsregionen von Chile, Bolivien und Argentinien erstreckt. Dort ist das Metal in trockenen Salzseen zu finden und kann vergleichsweise einfach abgebaut werden.

Trotz der ungefähr 80 Lithium-Explorationsprojekte, die es derzeit gibt, glauben die Experten nicht, dass es mehr als drei oder vier Projekte gibt, die in den kommenden fünf Jahren in Produktion gehen können.

Die australische Talison Lithium – einer der drei größten Produzenten – hatte erst im März Pläne veröffentlicht, mit denen man den Ausstoß an Lithiumkarbonat auf 110.000 Tonnen pro Jahr mehr als verdoppeln will. Andere Unternehmen wie die kanadische Lithium Corp. zielen darauf ab, neue Minen zu errichten, um die steigende Nachfrage zu befriedigen.

Der Konsens in der Branche ist, dass die Nachfrage um rund 5% pro Jahr steigen wird, doch die erst kürzlich an die Börse gegangene International Lithium Corp glaubt, dass eine jährliche Wachstumsrate von 8 bis 12% möglich ist. Wo aber soll der Großteil dieses Wachstums herkommen*?

Nach Ansicht der Analysten von signumBOX wird die Nachfrage hauptsächlich von der Batterieindustrie getrieben werden, insbesondere von der Nachfrage nach Batterien für Elektromobile. Insbesondere China habe ehrgeizige Pläne zur Ausweitung seiner Elektromobilindustrie. International Lithium Corp geht davon aus, dass es bis zum kommenden Jahr 25 Automobilmodelle geben wird, die mit Lithiumbatterien betrieben werden.

Zwar machten Batterien 2010 nur 23% der Lithiumnachfrage aus, während die Glas- und Keramikbranche 31% auf sich zug, doch das ändere sich schnell, meinen die Experten. Einige Branchenbeobachter gehen davon aus, dass die Nachfrage nach Lithiumbatterien für Elektromobile die nach Konsumprodukten schon 2013 übersteigen wird.

Während Handybatterie normalerweise rund 5 Gramm Lithiumkarbonat enthalten, können es bei Batterien für Elektroautos bis zu 24 Kilogramm sein. Zudem benötigt die schnell wachsende Solar- und Windstrombranche Batterien, um Strom zu speichern und auch hierfür werden Lithiumbatterien benötigt. Die gewaltigen Batterien, die zur Stabilisierung der Stromnetze eingesetzt werden, können 800 Kilogramm Lithium pro 800 MW benötigen, so Canada Lithium.

SignumBOX schätzt, dass 2020 mehr als 60.000 Tonnen Lithiumkarbonat für Elektromobile benötigt werden und dieser Wert bis 2025 auf 150.000 Tonnen steigen könnte. Derzeit liegt die gesamte Lithiumnachfrage zwischen 125.000 und 140.000 Tonnen.

Im vergangenen Monat hatten zwei der größten Produzenten Preisanhebungen von 20% für ihre Kunden bekanntgegeben – hauptsächlich auf Grund gestiegener Rohmaterialkosten. Doch die Analysten glauben nicht, dass der Preis weiter so schnell steigen wird. Sollte die Nachfrage so steigen wie man das erwarte, gehe man davon aus, dass der Markt im Gleichgewicht bleibe und damit auch die Preise auf dem aktuellen Niveau verbleiben dürften.

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