Noch ein seltener Rohstoff: Tantal – Preisspirale findet kein Ende

Frisch gebrochenes Karbonatit vom Blue-River-Projekt von Commerce Resources

Bei Tantal wird das Angebot knapp. Dies wirkt sich auf den Preis aus – das wiederum führt zu interessanten Reaktionen bei den Lieferanten.

Tantal gehört zu den wenig bekannten so genannten Übergangsmetallen. Es kommt immer in Verbindung mit Niob vor. Eingesetzt wurde es früher als Leuchtfaden in Glühbirnen, inzwischen sind die Anwendungsgebiete etwas umfangreicher und komplexer. So wird es in sehr kleinen Kondensatoren genutzt, die unter anderem in Mobiltelefonen und im Autobau zum Einsatz kommen. Auch in der Medizintechnik hat Tantal Einzug gehalten. Da das Metall nicht giftig ist, werden daraus Knochennägel oder Prothesen hergestellt. In der chemischen Industrie wird Tantal bei Wärmetauschern und Pumpen benötigt. Und selbst in Turbinen von Flugzeugen findet sich das Metall inzwischen.

Berühmtheit hat es gewonnen, als es in den Kongokriegen auch um die Herrschaft über die dortigen Tantalminen ging. Seitdem sind viele Produzenten bemüht, den Rohstoff nur noch aus krisenfreien Gebieten zu erhalten. Hauptförderer von Tantal ist derzeit Brasilien mit 180 Tonnen. Mosambik folgt mit 110 Tonnen, Ruanda kommt im abgelaufenen Jahr nach den bisherigen Schätzungen mit 100 Tonnen auf den nächsten Platz. Weitere wichtige Förderer sind Australien, Kanada und verschiedene afrikanische Staaten.

Wie begehrt das Metall ist, zeigt sich an der Preisentwicklung. Anfang 2010 kostete das Kilogramm noch 150 Dollar, inzwischen müssen rund 500 Dollar bezahlt werden. Die hohe Nachfrage ist daran schuld. Allein in den USA hat der Verbrauch von Tantal von 2009 auf 2010 um 150 Prozent zugenommen.

Neue Regeln in Übersee werden die dortige Situation noch verschärfen. Ab dem Herbst wird es schwieriger, das Metall auf Konfliktregionen einzuführen. Dies kann sich weiter verschärfend auf den Preis auswirken.

Hoffnung setzt der Markt auf eine Mine in Westaustralien. Die Wodgina Mine nimmt wieder ihre Produktion auf, nachdem sie 2008 für Wartungsarbeiten langfristig stillgelegt wurden. Von dort kamen damals 30 Prozent aller Tantal-Funde, für die Zukunft werden aus Westaustralien jährlich bis zu 250 Tonnen erwartet. Bei der aktuellen weltweiten Minenförderung von 670 Tonnen ist dies ein bedeutender Aufschwung für den Markt.

Unternehmen versuchen, den Engpass mit dem Recycling des Metalls zu begegnen, inzwischen ebenfalls ein äußerst lukrativer Markt. Dabei scheint nicht jeder willig zu sein, sich an die Regeln der Lieferanten zu halten. Angeblich will Intel (WKN: 855681) seinen Tantal-Schrott lieber auf dem freien Markt verkaufen, statt wieder an die Lieferanten zu veräußern. Auf dem freien Markt scheinen die Preise besser zu sein. Andererseits könnte Intel dann von seinen Tantal-Lieferanten künftig geschnitten werden. Der Ausgang dieser Diskussion ist noch völlig offen.

Hinweis: Die hier angebotenen Artikel stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die GOLDINVEST Media GmbH und ihre Autoren schließen jede Haftung diesbezüglich aus. Die Artikel und Berichte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine wie immer geartete Handlungsaufforderung dar. Zwischen der GOLDINVEST Media GmbH und den Lesern dieser Artikel entsteht keinerlei Vertrags- und/oder Beratungsverhältnis, da sich unsere Artikel lediglich auf das jeweilige Unternehmen, nicht aber auf die Anlageentscheidung, beziehen. Wir weisen darauf hin, dass Partner, Autoren und Mitarbeiter der GOLDINVEST Media GmbH Aktien der jeweils angesprochenen Unternehmen halten oder halten können und somit ein möglicher Interessenkonflikt besteht. Wir können nicht ausschließen, dass andere Börsenbriefe, Medien oder Research-Firmen die von uns empfohlenen Werte im gleichen Zeitraum besprechen. Daher kann es in diesem Zeitraum zur symmetrischen Informations- und Meinungsgenerierung kommen.

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