Wachsende Bedeutung: Silber: Neue Technologien bedeuten steigende Nachfrage

Silberbarren

An der Börse vergleicht man sehr gerne den Kursverlauf von Silber und Gold miteinander. Dabei hat die Nachfrage nach den beiden Metallen einen höchst unterschiedlichen Ursprung, was eine Vergleichbarkeit eigentlich sehr erschwert. Gold wird vor allem als Geldanlagevehikel gesehen, dem man insbesondere für Krisenzeiten Wertbeständigkeit zutraut. Das lässt die Nachfrage besonders mit der Angst der Investoren vor Krisenszenarien wie zum Beispiel Inflation schwanken.

Die Bedeutung von Gold in der Industrie ist dagegen überschaubar, vor allem wenn man die Schmuckindustrie einmal außen vor lässt. Silber dagegen ist ein klassisches Industriemetall, die Nachfrage nach dem Element hängt stark von den konjunkturellen Entwicklungen ab, während Geldanlagefaktoren wie beim Gold nur eine untergeordnete Rolle spielen.

Die Rolle des Silbers im täglichen Leben ist daher eine komplett andere als beim Gold. Es ist vor allem eine Rolle, deren Bedeutung wächst. Trotz massiv steigender Silberpreise ist der Bedarf nach dem Metall laut Daten des „World Silver Survey 2011“ der GFMS Group von 877 Millionen Unzen im Jahr 2001 auf knapp 1,06 Milliarden Unzen im vergangenen Jahr gestiegen. Dies geht vor allem auf den steigenden Bedarf an Silber bei industriellen Anwendungen zurück, der mittlerweile knapp die Hälfte der Nachfrage ausmacht. Der Grund hierfür liegt im technischen Fortschritt, was auch zukünftig einen steigenden Bedarf nach dem Rohstoff vermuten lässt. Silber erobert sich neue Einsatzbereiche, was das grundsätzliche Bedarfswachstum auslöst. Die typischen konjunkturellen Zyklen werden aber weiter dafür sorgen, dass die Silbernachfrage um einen steigenden Basistrend pendelt.

Wie stark dieser Basistrend wachsen wird, hängt vor allem davon ab, wie sich neue Einsatzbereiche des Silbers durchsetzen werden. Neue Techniken, bei denen das Metall eine zentrale Rolle spielt, haben oftmals eins gemeinsam: Im einzelnen Produktstück, das hergestellt wird, wird nur eine extrem geringe Menge Silber benötigt. Immer häufiger sind es Nanopartikel des Elementes, die benötigt werden. Allerdings sind viele der neuen Anwendungen Massenwaren. Die hohen Fertigungszahlen kompensieren somit den extrem geringen Anteil an Silber, der für das einzelne produzierte Stück benötigt wird. Alles in allem kommt auf diesem Wege eine hohe zusätzliche Nachfrage nach dem Edelmetall zustande.

Neue Anwendungen für Silber nutzen dabei vor allem zwei Eigenschaften des Metalls aus: Zum einen ist es die antibakterielle Wirkung von Silber. Kommen Bakterien mit Silberionen in Kontakt, sterben sie ab. Aufgrund dessen kann sich Silber einen immer breiteren Platz in medizinischen Anwendungen sichern, obwohl dessen Nutzung in diesem Bereich bereits seit der Antike bekannt ist. Dies geht von Bandagen, Cremes oder Puder hin bis zu medizinischen Gerätschaften. Immer wieder zeigt sich, dass der Stoff Infektionsraten verkleinern kann, zum Beispiel bei Wunden. Doch nicht nur dort zeigt das Metall seine positiven Eigenschaften. Eingesetzt zum Beispiel in Textilfasern kann Silber beispielsweise die Geruchsbildung verkleinern oder stoppen – auch hier ist es die antibakterielle Wirkung, die den gewünschten Effekt erzielt.

Zum anderen sichert sich Silber durch seine Leitfähigkeit für Wärme und elektrischen Strom einen breiten und sich immer weiter ausweitenden Einsatzbereich. Gerade bei elektrischen und elektronischen Anwendungen, denen Experten hohe Wachstumsraten zubilligen, spielt Silber eine unverzichtbare Rolle. Hierzu wollen wir einige Beispiele vorstellen.

Eine Revolution steht in der Beleuchtungsindustrie bevor. Der Umbruch hat bereits eingesetzt, unter anderem erkennbar am partiellen Glühbirnenverbot in der Europäischen Union. Was wie ein Bürokratenstreich aussieht, nimmt im Prinzip nur vorweg, was über kurz oder lang ohnehin passiert wäre: Mehr und mehr werden lichtemittierende Dioden, sogenannte LEDs, die Rolle der bisherigen Lichtspender übernehmen. Bereits jetzt sieht man sie an allen Ecken und Enden, in Fernsehern, in Autolampen und an vielen anderen Stellen – und es wird weiter gehen. So empfehlen zum Beispiel Forscher einer US-Universität, bei der Straßenbeleuchtung mittelfristig komplett auf LEDs umzusteigen. Steigerungen bei der Effizienz und eine billigere Produktion der LEDs werden diese weitere, neue Einsatzgebiete erobern lassen, hinzu kommt die massive Einsparung von Energie durch die Dioden, was dem Umweltschutzgedanken Rechnung trägt. Silber trägt als Elektrodenmaterial für LEDs dazu seinen Teil bei.

Eine andere langfristige Revolution, die bevorsteht, findet in der Energieerzeugung statt. Der Umbau von fossilen auf erneuerbare Energiequellen lässt die Photovoltaikindustrie stark wachsen. Im vergangenen Jahr ist die Nachfrage nach Silber aus diesem Industriezweig geradezu explodiert. Obwohl die Wachstumsraten auf höherem Niveau kleiner ausfallen werden, kommt zukünftig ein nicht unbeträchtlicher Teil der weltweiten industriellen Nachfrage nach Silber aus der Photovoltaikbranche. Dort wird der weitaus überwiegende Teil der Solarzellen unter Nutzung von Silber hergestellt. Auch wenn die Hersteller bemüht sind, aufgrund des gestiegenen Preises den Silberanteil in den Zellen zu verkleinern, so wird der Bedarf aufgrund der höheren Produktionszahlen in der Solarindustrie steigen.

Ein anderer Wachstumsbereich, der zurzeit auf Silber angewiesen ist, ist die Radio Frequency Identification, besser unter dem Kürzel RFID bekannt. Hier werden, grob skizziert, Daten aus einer Chipkarte berührungslos durch eine Antenne ausgelesen. Die Technologie dürfte in zahlreichen Anwendungen des Alltags zur Anwendung kommen, sei es bei Ausweisen, Zugangskontrollen oder auch als Barcode-Ersatztechnologie. Auch hier gilt: Pro RFID-Chip bzw. System ist der Silbereinsatz sehr klein, aber die große Produktionsmasse macht schließlich die höhere Nachfragemenge aus.

Dem steigenden Silberbedarf steht eine wohl höher werdende Produktionsmenge gegenüber. So erwarten Experten zum Beispiel in Peru, dem weltweit größten Produzenten von Silber, in den kommenden Jahren zweistellige Milliardeninvestitionen in die Bergbaubranche – diese werden allerdings nur zum Teil in den Silbersektor fließen. Zudem dauert es in der Regel mehr als zehn Jahre, ein Silberprojekt zum Produktionsstart zu bringen. Ob die Produktionssteigerungen und die aus Rentabilitätsgründen nur in geringem Maße vorhandenen Recyclingaktivitäten ausreichen werden, den Mehrbedarf zu kompensieren, darf man allerdings bezweifeln.

Die zu erwartende, zukünftige Nachfragesteigerung und die damit ebenfalls zu erwartenden Preissteigerungen spielen natürlich Silberproduzenten und solchen, die es werden wollen in die Hände. Ein unserer Ansicht nach sehr interessantes Unternehmen aus dem Silbersektor ist die kanadische South American Silver (WKN A0MLL6). Das Unternehmen hat auf seiner Liegenschaft Malku Khota bereits eine beeindruckende Ressource nachgewiesen. In der Kategorie „angezeigt“ liegt diese bei 230 Mio. Unzen Silber und 1.481 Tonnen Indium. In der Kategorie „geschlussfolgert“ kommen 140 Mio. Unzen Silber und 935 Tonnen Indium hinzu. Noch in diesem Jahr sollen weitere Bohrungen folgen, mit denen man Ressourcen in Reserven umwandeln und die Vorkommen ausweiten will.

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