Silberhoch bei 45 USD erwartet: Gold dürfte 2012 die Marke von 2.000 USD pro Unze durchbrechen

Silberbarren

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Die Analysten von Barclays Capital sind der Ansicht, dass der Goldpreis im Jahr die Marke von 2.000 USD pro Unze erreichen, wenn nicht übertreffen dürfte, während sie für Silber einen Höchstpreis bei ca. 45 USD pro Unze erwarten.

Das untere Ende der Handelsspanne für den Goldpreis sehen die Barclays-Experten im laufenden Jahr bei 1.400 USD pro Unze und den durchschnittlichen Goldpreis erwarten sie 2012 bei 1.875 USD pro Unze. Ende 2011 hatte Barclays für das zweite Quartal 2012 noch einen Goldpreis von 2.075 USD vorhergesagt.

Barclays erklärte weiter, dass der Goldpreis im vergangenen Jahr mit einer schwächeren physischen Nachfrage, der relativen Stärke des US-Dollars, technischen Verkäufen und einem gesunkenen Risikoappetit zu kämpfen gehabt habe, nachdem er sein Hoch bei mehr als 1.900 USD pro Unze erreichte.

In dem Bericht der Analysten heißt es weiter, dass zwar die Notwendigkeit weiterer Liquidität, die Dollarstärke und die geringe Risikobereitschaft kurzfristig weiter Hürden darstellen würden, dafür aber drei Schlüsselfaktoren für steigende Goldpreise intakt seien. Zum ersten würden die Goldkäufe der Notenbanken weitergehen und auch neues Interesse aus diesem Sektor aufkeimen, zweitens bestünde weiterhin Unsicherheit in Bezug auf die Finanzmärkte und die Staatsverschuldung und drittens wachse die Investmentnachfrage weiter, obwohl der Goldpreis zurückgegangen sei.

Langfristig verfüge der Goldpreis, so Barclays weiter, nach wie vor über strukturelle Unterstützung auf Grund eines Umfelds negativer realer Zinsraten und steigenden Inflationsdrucks sowie in den Käufen der Zentralbanken. Die Analysten gehen davon aus, dass der Goldpreis 2012 neue Höhen erreicht und die Marke von 2.000 USD pro Unze durchbrechen könnte.

Damit die Goldrallye wirklich außer Tritt gerate, so Barclays, müsse die physische Nachfrage aufhören, auf Preisrückgänge zu reagieren und ETF-Bestände müssten fallen, weil andere Assets interessanter werden.

Für Silber erwarten die Experten, dass der Preis 2012 die Marke von 45 USD pro Unze erreicht und sie sehen das Tief bei 22 USD je Unze, was zu einem geschätzten Durchschnittspreis von 32,50 USD je Unze für 2102 führt. Wie im vergangenen Jahr auch werde Silber aber das volatilste Edelmetall sein und sich am Goldpreis orientieren – diesen aber outperformen. Anders als im vergangenen Jahr werde 2012 aber die Industrienachfrage den Preisboden beim Silber ziehen, nicht die Investmentnachfrage, glaubt Barclays Capital.


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Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “Silberhoch bei 45 USD erwartet: Gold dürfte 2012 die Marke von 2.000 USD pro Unze durchbrechen

  1. Sandro Valecchi

    Goldpreisanalyse versus kapitaleffiziente Investments:

    Gold verleitet sehr leicht zur übertriebenen Euphorie, weshalb eine objektive Rekapitulation der Preisentwicklung des Goldes in den letzten 12 Monaten erforderlich und geboten ist, bevor die Prognose-Charakteristik von Barclays Capital nachvollzogen werden kann.

    Zunächst also zur Realität der Goldpreisentwicklung der letzten 12 Monate des Kalenderjahrs 2011:

    Der Goldpreis ist im abgelaufenen Jahr 2011 im Zeitraum vom 1.Januar bis zum 31.Dezember um rund 17% (in Euro bewertet) gestiegen. Das kann sich zwar sehen lassen, jedoch liegt das rein subjektive Gefühl einer Wertsteigerung weitaus höher. Einige Anleger werden daher ernüchtert – aber realitätsbezogen feststellen: es waren „nur“ 17%. Punkt! Selbstverständlich hatten besonders agile Anleger zwischenzeitlich die Möglichkeit gehabt, noch weit größere Wertsteigerungen mitzunehmen, weil der Goldpreis im Verlaufe des Jahres höher stand, als er zum Jahresabschluss endete. In USD umgerechnet und betrachtet stieg die Unze Feingold von 1.419 $ am Jahresbeginn auf 1.920 $ in der Spitze, die zugleich das Jahreshoch markierte. Nach einige Korrekturen notierte der Goldpreis nur noch bei 1.567 US$ zum Ende des Jahres 2011 (in Euro gerechnet also bei 1.210 Euro für die Feinunze).

    Nur zur Analyse von Barclays Capital:

    Die Analysten von Barclays sehen den prognostizierten Goldpreis so hoch, weil Zentralbankkäufe den Goldpreis jedenfalls in den vergangenen Monaten erheblich oben befeuert haben und auch die Charttechnik – welche auch immer – für weitere Goldpreis-Steigerungen spreche. Unter dieser – meiner Ansicht nach stark vereinfachten Betrachtungsweise von Barclays – sollte der Goldpreis voraussichtlich noch im vierten Quartal des Jahres 2011 auf die Marke von 1.875 $ (USD) klettern. Wie wir alle wissen, trat diese euphorische Einschätzung von Barclays nicht ein.

    Kritisch wird man konstatieren müssen, dass die Zentralbanken in Zukunft nicht zwingend weiter – und in diesem Umfange Gold vom Markt aufkaufen, sondern die auf hohem Niveau rangierenden Bestände an Derivate auch wieder – zumindest in Teilen – auflösen, verkaufen und Gewinne mitnehmen oder Teilbeträge davon zur Schuldentilgung verwenden.

    Zudem funktioniert die – unsere – globale Wirtschaft nur, wenn ausreichend „Working Capital“ zur Verfügung steht. Da nützt der Goldbestand in den Tresoren nichts. Kapitaleffiziente Investments helfen daher nicht nur der Wirtschaft, sie blocken zugleich einen weiteren Höhenflug des Goldpreises.

    Jetzt wird es ebenso spannend wie kontrovers, denn die Experten von Barclays Capital stellten kürzlich erst kapitaleffiziente Investments unter Solvency II unter Einbeziehung wesentlicher Punkte des aktuell veröffentlichten Pre-Drafts der Level 2-Maßnahmen vor. Das Spreadrisiko wurde besprochen und im Vergleich zu QIS 5 (= fünfte quantitative Auswirkungsstudie) wurden durch die EU-Kommission Entlastungen für Bonds vorgeschlagen. Dies ergebe sich durch die Einführung von Laufzeitbändern. Auch Pfandbriefe würden weiterhin gegenüber Corporates vorteilhaft behandelt. Dies soll nach dem Pre-Draft neben AAA nun auch für AA geratete Pfandbriefe zutreffen. Hinsichtlich des Aktienstresses scheint es aus Expertensicht zufolge Erleichterungen zu geben, da der sogenannte symmetrische Anpassungsmechanismus modifiziert wurde. Das dürfte im Ergebnis zu einer geringeren Anpassung des Schocks bei steigenden Märkten führen. Zudem sehen die Experten eine Entkrampfung aufgrund der risikolosen Basiszinsstrukturkurve und der antizyklischen Prämien.

    Wertungswiderspruch bei Barclays Capital?

    Berechtigterweise darf die Frage aufgeworfen werden, ob ein Wertungswiderspruch bei Barclays Capital Analysen vorliegt oder schlichtweg die eine Hand (Derivate) nicht mitbekommt, was die andere Hand (Regulatory & Acounting) macht.

    Barclays Capital ist seit langem an der London Metall Exchange aktiv vertreten und seit 2004 auch eine der fünf Banken, die am Londoner Goldfixing-Prozess beteiligt sind. Analysen der Barclays Capital gelten daher am Markt zwar als relativ hochwertig, jedoch nicht von der Gefahr einer Interessenkollision befreit. Deshalb kann eine Analyse von Barclays Capital allein nicht überzeugen und sollte ohne Hinzuziehung weiterer Analysen nicht zur Grundlage einer Kauf – oder Verkaufsentscheidung von Gold gemacht werden.

    Nun der Ausblick für den Goldpreis im aktuellen Kalenderjahr 2012:

    Die Mehrheit der Analysten sehen den Goldpreis in 2012 weiter ansteigen. Dies allerdings meiner Ansicht nach eher moderat, weil kapitaleffiziente Investments wieder vermehr Zuspruch auf den Märkten bekommen und die globale Wirtschaft ohne diese Investments nicht operieren kann. Überdies hellt sich in den USA die Marktlage auf leichtem Niveau auf, der Arbeitsmarkt profitiert davon und die US-Administration von Obama generiert erste Einspareffekte durch Budgetkürzungen im Militär- und Verteidigungshaushalt.

    Andere Analysten gehen von einem rasanten Anstieg des Goldpreises aus, sobald in den USA im lfd. Jahr die Schuldenobergrenze sowie die Finanzprobleme wieder thematisiert werden sollten, die bislang nur verschoben wurden. So sieht Jeffrey Wright, Analyst bei Global Hunter Services, den Preis sogar bei 1.800 $ bis 2.000 US$ für die Feinunze, was einer Steigerung von bis zu 27% für das Jahr 2012 gleich kommen würde.

    Wann sollte man einsteigen? Idealerweise nach (unvermeidlichen) Preiskorrekturen und gelegentlichen Rückschlägen, die vor allen Dingen dadurch bedingt sind, dass in sogenannten Stressphasen Marktteilnehmer ihre Positionen liquidieren, um dringend benötigtes Kapital zu generieren. Wichtig: sollte man einen Einstieg in Gold nutzen, dürfen weitere, eigene liquide Mittel nicht fehlen, um das Verlustrisiko eines übereilten Verkaufs zu vermeiden. Niemand kann mit Gewissheit sagen, wo das Limit beim Goldpreis liegen dürfte.

    Sandro Valecchi, Analyst, 10555 Berlin

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