Arbeiter sind unzufrieden: BHP Billiton – Neue Streiks drohen

Eisenerzproduktion in West Australien

Eisenerzproduktion in West Australien

Streiks können die Kohleproduktion auf den Minen von BHP Billiton in Australien behindern. Doch auch andere Konzerne wären davon betroffen.

Noch immer hat sich die Kohleförderung in Australien nicht ganz von den verheerenden Fluten aus dem Vorjahr erholt. Das zeigen die Förderzahlen von BHP Billiton (WKN: 850524). Im zweiten Halbjahr 2011 liegt deren Kohleförderung rund 2 Prozent unter dem Vorjahreswert. 2012 könnte sie weiter sinken. Denn es kommt auf BHP ein weiteres Problem zu, das die Zahlen noch tiefer drücken könnte.

Gewerkschaftlich organisierte Arbeiter von BHP sind mit ihren Verträgen nicht mehr einverstanden. Sowohl auf verschiedenen Kohleminen als auch im Kohlehafen Port Kembla laufen Verhandlungen über neue Verträge. Teils reden BHP und die Gewerkschaften schon seit zwölf Monaten miteinander – ein Ende scheint nicht in Sicht zu sein. Den Gewerkschaften, insgesamt drei Arbeitnehmervertretungen sind darin involviert, reißt langsam der Geduldsfaden. Wenn nicht rasch eine Einigung erzielt wird, sollen ab Mittwoch die Arbeiter im Kohleterminal von Port Kembla ihre Arbeit niederlegen. Der Hafen, rund 70 Kilometer von Sydney entfernt, wird von BHP dazu genutzt, die geförderte Kohle in alle Welt zu transportieren. Stahlproduzenten weltweit hängen von diesem Hafen ab.

Etwa 100 streikende Arbeiter würden den Hafen stilllegen. Dabei sind die Verhandlungspartner gar nicht so weit voneinander entfernt. BHP bietet ein Lohnplus von 4,3 Prozent an, die Gewerkschaften fordern 4,5 Prozent. Doch wie so oft steckt der Teufel im Detail. So will BHP einige Bereiche des mittleren Managements nicht bei der Vereinbarung berücksichtigen.

Sollte der Hafen wirklich bestreikt werden, wäre nicht nur BHP davon betroffen. Über das Gelände laufen auch die Ausfuhren anderer großer Minenkonzerne. Dazu gehören Xstrata (WKN: 552834) und Peabody Energy (WKN: 675266). Auch deren Exportquoten bei Kokskohle würden unter dem Streik leiden.

BHP muss gleichzeitig einen anderen Streit schlichten. Auf der West Cliffs Mine haben die Arbeiter bereits für einen Ausstand gestimmt. Etwa 300 Arbeiter wollen dort ihre Tätigkeit zunächst einstellen. Offiziell ist BHP über diese Aktion noch überhaupt nicht informiert. Auf anderen Minen brodelt es ebenfalls. Mehr als 3.000 Arbeiter drohen im australischen Bundesstaat Queensland mit Streiks. Es geht dabei nicht nur um Löhne. Auch die Wohnbedingungen und die Arbeitsplatzsicherheit sind Themen der Verhandlungen. Bei BHP ist man vorsichtig, was deren Ausgang angeht. Man zeigt sich derzeit unsicher, wie sehr die Arbeitskampfmaßnahmen die Produktion beeinträchtigen werden.


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