Im Wandel: Seltene Erden – China wird zum Importeur

Seltene Erden werden unter anderem für Tablets und Smartphones benötigt

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Noch ist China der weltgrößte Exporteur von Seltenen Erden. Beobachter gehen jedoch davon aus, dass sich dieser Zustand wandeln wird. China könnte schon bald zum Importeur werden.

Rund 90 Prozent aller derzeit auf der Welt geförderten Seltenen Erden stammen aus China. Mit seiner Preispolitik hat das Land fast alle Wettbewerber vom Markt verdrängt. Erst langsam gibt es wieder Versuche aus den USA, Kanada und Australien, neue Minen für Seltene Erden aufzubauen.

Die chinesische Politik, die Ausfuhr der Rohstoffe zu limitieren, findet im Westen wenig Zuspruch. China führt dabei jedoch eine Strategie aus, die man bereits bei der Kohle erfolgreich angewandt hat. Auch hier war China früher Großexporteur. Inzwischen ist man dazu übergegangen, die eigenen Stahlanlagen mit der heimischen Kohle zu versorgen. Hier hat ein Wandel stattgefunden, China ist einer der größten Kohlimporteure der Welt geworden.

Diese Situation könnte auch bei den Seltenen Erden eintreten. Marktbeobachter halten es für denkbar, dass China spätestens ab 2014 eine Reihe von mittleren und schweren Seltenen Erden importieren muss. Das Land hat es geschafft, eine Industrie rund um die Seltenen Erden aufzubauen. So wird die Wertschöpfungskette deutlich verlängert und China kann mehr an seinen eigenen Rohstoffen verdienen. Dies wird an einem Wert sehr deutlich. Vor zehn Jahren hat China rund 25 Prozent der geförderten Seltenen Erden im eigenen Land verbraucht. Inzwischen ist dieser Wert auf 65 Prozent angestiegen.

Vor allem bei der Produktion von speziellen Magneten und bei Leuchtstoffen hat sich das asiatische Land aufgrund der Seltenen Erden einen Spitzenplatz am Markt gesichert. 80 Prozent der Magnete und 70 Prozent der weltweit hergestellten Leuchtstoffe stammen aus China. Ohne die eigenen Bodenschätze wäre dies nicht machbar gewesen. Chinesische Regierungsstellen setzen darauf, auch bei weiteren Produkten eine führende Stellung einzunehmen – mit Hilfe der Seltenen Erden.

Wie viel von diesen Rohstoffen noch im chinesischen Boden zu finden ist, ist unklar. Darüber wird heftig gestritten. US-Stellen glauben, dass rund die Hälfte der weltweiten Ressourcen an Seltenen Erden in China liegen. Dabei soll es sich um 55 Millionen Tonnen handeln. Russland soll bei den noch vorhandenen Bodenschätzen auf 19 Millionen Tonnen kommen, in den USA sollen 13 Millionen Tonnen der unterschiedlichen Seltenen Erden liegen. Chinesische Stellen halten dies für übertrieben, sie gehen von etwa 28 Millionen Tonnen aus, die noch im Inland zu finden sind. Da der eigenen Verbrauch in den kommenden Jahren um jeweils mindestens 10 Prozent ansteigen soll, wären es nicht verwunderlich, wenn aus dem Großexporteur in nicht allzu langer Zukunft ein Importeur für verschiedene Erden werden wird.

 


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