Schwache Automobilkonjunktur belastet: Platin-Preis hängt an den europäischen Problemen

Bleskop Schacht der Platinmine Rustenburg von Anglo American in Südafrika. Bildquelle: Anglo American

Bleskop Schacht der Platinmine Rustenburg von Anglo American in Südafrika. Bildquelle: Anglo American

Während der Goldpreis erst 2011 neue Rekorde feiern konnte, hängt die Feinunze Platin weit unter ihren Hochs aus dem Jahr 2008. Das hat mit vielen Faktoren zu tun, derzeit aber vor allem mit den Auswirkungen der Schuldenkrise in Europa.

Im Vergleich zum Goldpreis steht Platin so schlecht da wie viele Jahre nicht mehr. Vor allem im Jahr 2011 haben sich die Preise der beiden Edelmetalle auseinander entwickelt – zu Ungunsten der Platinunze. Während die Feinunze Gold 2011 eine Rallye hinlegte und im letzten Drittel des vergangenen Jahres nur Teile der vorherigen Gewinne wieder verlor, verlief der Platinkurs 2011 zunächst seitwärts, um anschließend im letzten Drittel des Jahres massiv in die Knie zu gehen. Eine ähnliche Verschlechterung der Ausgangslage gegenüber dem Goldpreis hat das Platin zuletzt im Jahresverlauf 2008 erlebt.

Die Entwicklung hat eine ganze Branche massiv unter Druck gebracht. Dabei sind es vor allem drei Probleme, die die Hersteller von Platin in finanzielle Bedrängnis bringen. Eines der Probleme ist regional bedingt: Ein Großteil der Platinförderung geht in Südafrika vonstatten. Dort geraten die Bergwerksgesellschaften immer wieder zwischen die Fronten rivalisierender Gewerkschaften. Streiks bedrohen hier die Produktion und damit die Finanzen der Unternehmen.

Während das erste der drei massiven Probleme immer nur kurzfristig auftritt, sind die anderen beiden Probleme dauerhafterer Natur. Die vergleichsweise niedrigen Platinkurse – die Unze liegt weit unter ihren Hochs aus dem Jahr 2008 – drücken extrem auf die Gewinnmargen der Platinförderer. Die Produktion einer Feinunze Platin ist äußerst aufwändig und verursacht hohe Kosten. So kommt es, dass derzeit im wichtigsten Platinland Südafrika viele Minen kein Geld verdienen, sondern operative Defizite einspielen. Einige Unternehmen haben darauf bereits reagiert und bei besonders schwierigen Problemfällen die Förderung vorübergehend eingestellt.

Doch nur die Förderung zu kürzen und damit das Angebot zu verknappen, wird nicht ausreichen, um die Branche wieder auf die Beine zu bekommen. Während die Platinproduzenten auf die Kosten achten müssen, schaut man zugleich mit Sorge nach Europa. Denn im Gegensatz zum Gold ist Platin kein Anlagemetall, sondern wird vor allem industriell benötigt. Der bekannteste Einsatzbereich von Platin ist der Katalysator bei Autos. Und spätestens jetzt ist man bei den Auswirkungen der europäischen Staatsfinanzenkrise, denn diese hat massive Auswirkungen auf die Konjunktur.

Im Gegensatz zum Gold, wo eine extrem hohe Nachfrage aus dem Bereich der Geldanlage zu finden ist, schlägt eine Konjunkturschwäche schnell auf den Platinpreis über. Werden weniger Autos gekauft, wird weniger Platin für Katalysatoren benötigt – insbesondere für Dieselautos. Da sind schwache Absatzzahlen von Herstellern wie PSA Peugeot Citroen keine guten Nachrichten für den Platinpreis. Bei den Franzosen, ein führender Hersteller bei der Dieseltechnologie, ist die Zahl der verkauften Autos im ersten Halbjahr 2012 geradezu eingebrochen. Der Automarkt in Europa schrumpft, und nicht nur globale Hersteller wie Volkswagen warnen stetig vor dem immer schwieriger werdenden Umfeld. Solange sich die Lage nicht ändert, bleibt das Umfeld für den Platinpreis problematisch, befürchtet man am Markt.


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