Analysten zuversichtlich: Die Zeit ist fast reif, wieder Goldaktien zu kaufen

Agnico Eagle betreibt in Finnland die derzeit größte Goldmine Europas

Goldbarrenguss auf einer Goldmine

Die Analysten von RBC sind der Ansicht, dass die Zeit fast reif ist, wieder Aktien von Goldfirmen zu kaufen. Diese Papiere sind lange Zeit schlechter gelaufen als der Preis des gelben Metalls selbst. Doch die Experten glauben, dass diese Phase sich ihrem Ende nähert.

Nun sollten die Anleger nur noch auf einen Rücksetzer des Goldpreises warten, der in dieser Jahreszeit, den kommenden drei bis vier Wochen, zu erwarten sei. Sobald dies eintrete, sei es Zeit, zuzuschlagen, so RBC. Das bedeutet, so die in Australien ansässigen Analysten weiter, dass man zwar eine moderate saisonale Korrektur des Goldpreises und bei Goldaktien erwarte, dies aber als Kaufgelegenheit sehe.

Goldaktien seien zwar in den vergangenen Jahren schlechter gelaufen als der Goldpreis, doch glaube man, dass attraktive Bewertungen und Verbesserungen bei der operativen Performance einen attraktiven Einstiegspunkt für interessierte Anleger schaffen könnten.

Der Goldpreis notiert seit einiger Zeit wieder relativ knapp unter der Marke von 1.800 USD pro Unze Gold, nachdem die US-amerikanische und die europäische Notenbank angekündigt hatten, aggressiv Anleihen kaufen zu wollen, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen – was zu steigendem Inflationsdruck führen könnte. Auch die Sorgen vieler Anleger angesichts der europäischen Schuldenkrise verstärken die Anziehungskraft des Edelmetalls als „Sicherer Hafen“.

RBC erwartet, dass der Goldpreis im vierten Quartal 2012 und im Jahr 2013 in einer Spanne von 1.600 bis 1.850 USD pro Unze gehandelt werden wird. Durchschnittlich geht man für das kommende Jahr weiterhin von 1.700 USD pro Unze aus. Auch für 2014 rechnen die Analysten mit diesem Durchschnittspreis, nachdem sie bis vor kurzem noch durchschnittlich 1.500 USD pro Unze vorhergesagt hatten. Die Experten hoben auch ihre Langfristprognose für den Goldpreis von 1.200 auf 1.400 USD je Unze an.

Die saisonale Schwäche, von der die RBC-Analysten sprechen, wird ihrer Ansicht nach von zwei Faktoren verursacht. Zum einen von einem Rückgang der Nachfrage aus Indien während der Feiertage im Oktober und November und zum anderen von zu erwartenden Gewinnmitnahmen spekulativer Anleger. Die Nettolongpositionen an der COMEX, Teil des New York Mercantile Exchange befinden sich auf Allzeithoch, führt RBC aus, was bedeute, dass der Markt anfällig für Gewinnmitnahmen sei.

Viele Goldaktien waren im September gestiegen und in einigen Fällen sogar besser gelaufen als der Goldpreis. Auf Jahressicht aber hinken sie der Goldpreisentwicklung immer noch hinter her und viele Papiere notieren in der Nähe ihrer Tiefststände.

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2 Kommentare

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2 Antworten zu “Analysten zuversichtlich: Die Zeit ist fast reif, wieder Goldaktien zu kaufen

  1. Pingback: Kleine Presseschau vom 9. Oktober 2012 | Die Börsenblogger

  2. Sandro Valecchi

    Zuviel Optimismus bei UBS: Am 13.10.2011 prognostizierte UBS in diesem Portal: Die Basis für die Aufwärtsbewegung sieht Spichiger (UBS) vor allem in einer neuerlichen Aufwärtsbewegung des Goldpreises. Der UBS-Experte erwartet auf Sicht von sechs Monaten für die Feinunze eine Preisspanne, die zwischen 2.000 Dollar und 2.200 Dollar liegt. Nach der jüngsten Konsolidierung des Feinunzenpreises wäre dies eine Kurssteigerung, die deutlich über das bisherige Preishoch bei 1.921 Dollar hinaus geht. Aus charttechnischer Sicht hat sich der Goldpreis zuletzt stabilisiert, wobei unter anderem die Zone um 1.600 Dollar eine Rolle spielte. Gelingt es der Feinunze nun, charttechnische Hürden um 1.703/1.723 Dollar zu überwinden, würde der Trendpfeil wohl wieder nach oben weisen. Dann könnte die Feinunze in Richtung Top klettern …

    Dies hat sich nach 12 Monaten Marktbeobachtung nicht bestätigt. Allerdings trifft es zu, dass die aktuellen Statistiken der ETF-Branche Rekordzuflüsse in Gold-ETFs aufzeigen in der Größenordnung von rund 3,8 Milliarden USD, die im September 2012 in börsengehandelte Indexfonds auf Gold geflossen sind. „Mit ihren jüngsten Ankäufen, die darauf zielen, die Wirtschaft durch weiterhin niedrige Zinsen zu stimulieren, könnte die Fed auch den Goldmarkt unterstützen“, meint Dodd Kittsley, globaler Leiter des ETP Research beim Vermögensverwalter BlackRock. „Historisch betrachtet liegt der wichtigste Faktor für Rohstoffrenditen im Niveau der Realzinsen. Gold profitiert auch deshalb am stärksten, weil sich durch die niedrigen Zinsen die Opportunitätskosten für das Halten von Gold reduzieren“, so Kittsley. Zuflüsse sind ebenfalls in die börsengehandelten Aktien-Fonds festzustellen. „Von den Gesamtnettozuflüssen von 43,3 Mrd. USD im September entfielen 34,7 Milliarden US-Dollar auf Aktienfonds, wobei allein 23,4 Milliarden USD in Produkte auf den US-Aktienmarkt investiert wurden, berichtet BlackRock. Laut dem ETF Landscape Report des BlackRock Investment Institute erreichten die weltweit in börsengehandelten Indexprodukten angelegte Mittel im September ein neues Rekordhoch von 1.850 Milliarden US-Dollar (1,85 Billionen USD).

    Profitiert der Goldpreis vom Bond Crash Worst-Case-Szenario?

    Nicht nur der US-Finanzminister, auch der Internationale Währungsfonds befasst sich offenbar mit möglichen Szenarien eines prognostizierten, weiteren Verlaufs der global wirkenden Finanzkrise. Bereits Bundesbankpräsident Jens Weidmann hatte vor einigen Wochen mit eindringlichen Worten vor Diskussionen um ein Auseinanderbrechen der Eurozone gewarnt: „Ein Zerfall der Währungsunion wäre mit extrem hohen Kosten und Risiken verbunden, die niemand wirklich vorhersehen kann“, kommentierte Weidmann gegenüber den Nachrichtenagenturen. Aus diesem Grund kann ein solches Szenario nicht das Ziel des Handelns der politisch Verantwortlichen sein.“ Christine Lagarde, die für ihre deutlichen Worte bekannt ist, erklärt in Ihrer Funktion als Chefin des Internationalen Währungsfonds, welche Optionen für wahrscheinlich gehalten werden.

    Das Worst-Case-Szenario ist für den IWF gleichbedeutend mit dem Zerfall der ersten europäischen Gemeinschaftswährung EURO. Sollte der Reformeifer der Randstaaten erlahmen oder die Kernstaaten (etwa Deutschland) den Euro nicht mehr durch Transfers stützen, würde das den Zerfall der Euro-Zone höchstwahrscheinlich beschleunigen. Die Kapitalisierung der Banken wäre kaum noch zu realisieren, diese müssten fortan ihre Bilanzen um 4.500 Milliarden USD berichtigen. Die Kreditvergabe in Südeuropa würde um 18 % abnehmen. Insgesamt wäre dies der schlechteste oder der ungünstigste anzunehmenden Fall aus Sicht des IWF.

    Ein Best-Case-Szenario kennt der IWF nicht, allenfalls einen durchschnittlichen Fall – mit langsamer, schleppender Entwicklung, der als Average Case bezeichnet wird. Wahrscheinlich sei aus Sicht des IWF, dass die Euro-Staaten mit der Integration langsam voran kommen und 2013 mit dem Aufbau einer gemeinsamen Bankenaufsicht beginnen, die aber erst mittelfristig in eine gemeinsame Einlagensicherung und Bankenabwicklung führt. In diesem Fall würde sich die Kapitalflucht aus der Peripherie in den Kern nur etwas verlangsamen. Das Durchwursteln habe jetzt schon zu einer Kapitalflucht aus Spanien und Italien beigetragen. Aus Italien haben Investoren binnen zwölf Monaten 235 Mrd. Euro abgezogen. Solide Unternehmen in Spanien und Italien haben deshalb große Finanzierungsschwierigkeiten. Kommt es nicht zu schnelleren Integrationsschritten, werden die Euro-Randstaaten in der Rezession verharren, während die Kernstaaten wie Deutschland nur Mini-Wachstum halten können. Die Kosten im Average-Case-Szenario: etwa 2.800 Milliarden USD (Worst-Case hingegen 4.500 Mrd. USD).

    Die Wirtschaft arbeitet mit der Bandbreite von Best-Case bis Worst-Case vor allem im Bereich der Planung und Prognose. In Planungsprozessen ist es wichtig, Risiken zu erkennen, die sich auf die Erreichbarkeit eines gesetzten Zieles auswirken könnten. Die Worst-Case-Annahme arbeitet vor allen Dingen Planungsrisiken heraus, woran der IWF anknüpft und ein drittes Szenario für erforderlich erachtet, um das Vertrauen in die Euro-Zone wiederherzustellen und vor allem privates Kapital wieder zurück in die Peripherie zu locken. Nach diesem IWF-Szenario müssten die Euro-Retter ihre Fiskalpolitik stärker gemeinschaftlich organisieren und die Bankenunion vollenden. Ähnlich argumentierte bereits Bundesbankpräsident Weidmann: „So, wie es im Moment läuft, kann die Währungsunion nicht nachhaltig funktionieren. Notwendig ist vielmehr Klarheit darüber, ob wir den Weg zu einer Fiskalunion gehen wollen oder ob wir weiterhin auf eigenverantwortliche nationale Haushaltspolitik setzen. Im letzteren Fall müsste die gemeinschaftliche Haftung natürlich eng begrenzt werden“, gibt Weidmann zu bedenken und fordert von den Verantwortungsträgern in der EU eine verbindliche Entscheidungsentschließung.

    Aus für den Bond-Markt? Wahrscheinlich stehen Anleger, die auf Staatsanleihen setzen, langfristig mit ihren Bonds auf verlorenem Posten. Bei Inflation sinkt ihr Wert, bei Deflation die Bonität der Staaten. Selbst inflationsgekoppelte Papiere versprechen keinen echten Schutz. Von diesem Sznrio könnte die weitere Goldpreisentwicklung partizipieren.
    Sandro Valecchi

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