Der Vorhang lüftet sich etwas: China und das Gold

Goldgranalien

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China ist sehr verschlossen, wenn es um seine wirtschafts- und fiskalpolitischen Ambitionen geht. Ein Versehen sorgt nun für ein wenig mehr Klarheit.

Weltweit melden die Notenbanken, wann sie wie viel Gold auf dem Markt erworben haben. Es ist relativ klar, wie viel Gold im Besitz der Fed ist, es ist bekannt, wie viel Gold die Deutsche Bundesbank hortet. Nur China macht ein großes Geheimnis um seinen Goldschatz. Die letzten statistischen Daten sind einige Jahre alt, über Neukäufe erfährt man nichts.

Klar ist, dass das Land bei der Nachfrage nach Gold weltweit auf dem ersten oder zweiten Platz liegt, man streitet sich mit Indien um die Spitzenposition. Offiziell wird das chinesische Gold fast immer von der Bevölkerung erworben, sei es als Inflationsschutz, sei es als Wertanlage oder in Form von Schmuck für die Schönheit. Doch Experten zweifeln schon lange, dass dies die einzige Motivation hinter den riesigen Goldkäufen ist. Zudem könnte über Hongkong mehr Gold ins Land gebracht werden, als bekannt ist.

Jetzt erhalten diese Spekulationen neue Nahrung. Auslöser dafür sind ein namenloser chinesischer Diplomat und der Rohstoffexperte Stephen Leeb. Dieser hatte sich jüngst mit dem Diplomaten unterhalten und dabei erwähnt, dass die wichtigsten Rohstoffe für das bevölkerungsreichste Land der Welt Wasser und Gold seien. Der Diplomat stimmte dem zu, fügte außerdem hinzu, dass man das Gold benötige, um den Yuan, die eigene Währung, zu stützen. Eine solche Äußerung hat man bisher noch nie von offizieller chinesischer Seite gehört. Und auch der Diplomat erkannte seinen Schnitzer und versuchte sich herauszureden. Das Wort war jedoch in der Welt. Seitdem laufen die Vermutungen auf Hochtouren, welche Pläne China hat.

Anscheinend schwindet das chinesische Vertrauen in den Dollar. Man will die eigene Währung stärken und aufwerten. Um das Vertrauen der Märkte dafür zu erlangen, muss man die Währung stützen. Dafür könnte der angehäufte Goldschatz dienen. Auch der Dollar war früher mit Gold unterlegt. In Zeiten der Notenpresse hat man dieses Verfahren jedoch längst aufgegeben. In China scheint es dagegen ernsthafte Ambitionen zu geben, den Yuan mit Gold zu unterlegen. Das würde die Währung weltweit in neue Dimensionen bringen. In ferner Zukunft wäre dann eventuell nicht mehr der Dollar die Leitwährung sondern der Yuan. Das sind bisher jedoch nur vage Spekulationen.

Fest steht jedoch, dass der chinesische Hunger nach Gold weitergeht und nicht so rasch gestoppt werden wird. Private Investoren und staatliche Stellen werden weiter Gold aufkaufen, die Nachfrage bleibt hoch. Das wird sich entsprechend auf den Goldkurs auswirken, der so gestützt wird.

 


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