Absage an Akquisitionen: Detour Gold will die Fehler der Majors vermeiden und setzt auf organisches Wachstum

Goldbarrenguss

Goldbarrenguss

Detour Gold (WKN A0LG70), will die Fehler von Barrick Gold & Co. vermeiden. Das Unternehmen, das von Milliardär und Hedge Fonds-Manager John Paulson unterstützt wird, erteilt Akquisitionen eine Absage. Stattdessen will man sich auf das organische Wachstum des Detour Lake-Projekts konzentrieren, das schon jetzt als potenziell größte Goldmine Kanadas angesehen wird.

Nach Ansicht von Detours CEO Gerald Panneton haben sich einige Bergbaufirmen verzettelt und ihren Wert durch die Ausgabe von Aktien zur Finanzierung von Übernahmen verschleudert. Zudem, so Panneton gegenüber Bloomberg, hätten diese Akquisitionen die Aufmerksamkeit des Managements gestört. Wenn man sich wirklich auf eine Mine – statt auf zehn – konzentriere, seien die Erfolgschancen wesentlich höher, meint der Detour-Chef.

Das Problem ist mittlerweile hinlänglich bekannt und bereits oft diskutiert worden: Die Aktien der meisten Goldproduzenten sind in den letzten Jahren dem Goldpreis hinterhergelaufen, da die Produktionskosten stiegen, die Projektentwicklungskosten explodierten und sich der Produktionsbeginn vieler Minen verzögerte.

Branchenprimus Barrick Gold (WKN 870450) beispielsweise musste erst kürzlich eine Milliarden schwere Abschreibung auf eine 2011 erworbene Mine in Sambia vornehmen, während Kinross Gold (WKN A0DM94) mehr als 3 Mrd. Dollar auf sein Goldprojekt Tasiast abschreiben musste. Diese Mine hatte man 2010 mit der Übernahme von Red Back Mining für 7 Mrd. Dollar erworben.

Auch die Aktie von Detour hat in den letzten zwölf Monaten gelitten. Sie verlor in diesem Zeitraum rund 25% auf jetzt 19,64 CAD. Allerdings ist im selben Zeitraum der Standard & Poor’s/TSX Global Gold Sector Index um 30% gefallen.

Das Unternehmen rechnet damit, sich bis Ende dieses Monats eine Kreditlinie in Höhe von 90 Mio. CAD sichern zu können und will keine weiteren Aktien mehr ausgeben, um die Produktionsaufnahme auf der Detour Lake-Mine zu finanzieren. Allerdings hatte man Ende 2012 noch 114 Mio. CAD über die Ausgabe von Aktien aufgenommen.

Bloomberg hat die Beurteilung von zwölf Analystenhäusern zusammengefasst, die Detour Gold beobachten. Das war nicht allzu schwierig, da die Experten das Unternehmen allesamt mit „kaufen“ bewerten. Das mittlere Kursziel auf Sicht der nächsten 12 Monate sehen die Experten bei 36,57 CAD. Das sind schlappe 90% mehr als der aktuelle Unternehmenskurs.

Die Anleger dürften allerdings zunächst einmal abwarten, wie das Hochfahren der Produktion zur geplanten Kapazität läuft und dass das Unternehmen die Kreditvereinbarung bestätigt. Erst im vergangenen Monat war auf Detour Lake der erste Goldbarren gegossen worden und das Unternehmen geht laut Panneton davon aus, dass die kommerzielle Produktion im dritten Quartal 2013 erreicht wird.

Dann soll die Mine durchschnittlich 657.000 Unzen Gold pro Jahr über mehr als 21 Jahre produzieren. Die Gesamtcashkosten über diesen Zeitraum werden auf 749 USD pro Unze geschätzt, hieß es im September aus dem Unternehmen, das einen freien Cashflow von 360 Mio. Dollar oder rund 3 Dollar pro Aktie erwartet, sobald die Mine mit Vollkapazität läuft.

Der Umfang von Detour Lake und der zugehörigen Liegenschaft bedeuten, dass das Unternehmen keinen Druck verspürt, weitere Projekte zu erwerben und zu entwickeln. Zudem sei eine Tagebaumine wie auf Detour Lake weniger anfällig für Produktionsunterbrechungen als eine Untertagemine, hieß es. Laut Panneton kann Detour Gold auch bei einem Goldpreis von 1.000 USD pro Unze noch überleben, da man über die nötige Kapazität und das Volumen verfüge.

Das bedeute nicht, sagte er, dass man nicht ein Auge auf Explorationsfirmen habe, die auf der Suche nach dem nächsten großen Goldvorkommen seien – insbesondere in den kanadischen Provinzen Ontario und Quebec. Detour könnte bereit sein, so Panneton, Ende des Jahres rund 5 Mio. Dollar in einen Junior zu investieren, der Kapital benötige. Man sei aber stärker daran interessiert, so Detours CEO, die eigenen Ländereien weiter zu erkunden. Denn dort mögliche neue Funde, könnten nach Aussage von Panneton deutlich günstiger entwickelt werden, da die Verarbeitungsanlagen ja bereits bestünden.


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