Internationales Schiedsgericht angerufen: Nächste Runde im Streit zwischen South American Silver und Bolivien

Silberbarren

Silberbarren

Der Zwist zwischen dem kanadischen Unternehmen und dem Andenstaat erreicht eine neue Ebene. Das Unternehmen hat ein internationales Schiedsgerichtsverfahren gegen die Regierung des Landes gestartet. Es geht um einen Milliardenwert.

Die verstärkten Tendenzen zur Verstaatlichung von Rohstoffvorkommen in Bolivien haben auch die kanadische South American Silver (WKN: A0MLL6) getroffen. Das Unternehmen hat Konzessionen für Bergwerksprojekte in dem Andenstaat verloren. Es ist ein Glied einer Kette von Nationalisierungen, die die Regierung des südamerikanischen Landes vorgenommen hat. Diese haben verschiedenste Bereiche der Wirtschaft des Landes getroffen. So hat Bolivien unter anderem Tochtergesellschaften des spanischen Energiekonzerns Iberdrola und den Stromnetzbetreiber TDE verstaatlicht, vor wenigen Wochen hat es den Flughafenbetreiber Sabsa erwischt.

Und 2012 eben eine 100-prozentige Tochtergesellschaft von South American Silver, die Compania Minera Malku Khota S.A., die das sehr vielversprechende Silber- und Indiumprojekt Malku Khota betrieben hat. Bei dem Vorkommen handelt es sich um eine der größten noch unentwickelten Projekte seiner Art weltweit. Hier sind nach NI 43-101 konformen Schätzungen mehr als 230 Millionen Unzen Silber und 1.481 Tonnen Indium in der Kategorie „indicated“ vorhanden, hinzu kommen noch ein mal 140 Millionen Unzen Silber und 935 Tonnen des seltenen und teuren Indium in der Kategorie „inferred“. Ebenfalls vorhanden sind weitere Beiprodukte wie zum Beispiel Kupfer oder Blei.

Gegen die Verstaatlichung wehrt sich South American Silver bereits seit geraumer Zeit und sieht seine Rechte verletzt. Immerhin geht es um einen Milliardenschaden. Einer vorläufigen Studie aus dem Jahr 2011 zufolge soll Malku Khota vor Steuern einen Barwert von fast 1,5 Milliarden Dollar haben. Zur Argumentation des Unternehmens gehört unter anderem ein Investmentabkommen Boliviens mit der Regierung des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland. Man sei durch dieses Abkommen geschützt, so die Kanadier. Als Folge daraus startet man nun unter dem Schutz dieses Abkommens ein Schiedsgerichtsverfahren nach den Bestimmungen der Kommission der Vereinten Nationen für internationales Handelsrecht, kurz UNCITRAL. Nun muss die Regierung des Landes binnen 30 Tagen antworten. Das Verfahren kann sich aber deutlich länger hinziehen, bis es zu einer Einigung kommt.

Es ist nicht das erste Mal, dass im Rahmen von Verhandlungen Bolivien Einigungen mit den enteigneten Unternehmen erzielt hat, weitere Verfahren laufen. Man selbst habe bisher vergeblich Einigungsversuche mit der Regierung des Landes unternommen. Dass Bolivien eine Kompensation zahlen kann, ist für den Chef von South American Silver, Phillip Brodie-Hall, sicher. Das Land habe eindeutig die finanziellen Kapazitäten hierzu. Der südamerikanische Staat gehört zu den am stärksten wachsenden Volkswirtschaften des Kontinents. Bolivien konnte noch vor wenigen Monaten problemlos eine Zehnjahres-Anleihe im Volumen von einer halbe Milliarde Dollar zu einem vergleichsweise moderaten Zins am Markt platzieren. Ratingagenturen hatten die Einstufung der Kreditwürdigkeit des Landes im vergangenen Jahr angehoben.

Hinweis: Die hier angebotenen Artikel stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die GOLDINVEST Media GmbH und ihre Autoren schließen jede Haftung diesbezüglich aus. Die Artikel und Berichte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine wie immer geartete Handlungsaufforderung dar. Zwischen der GOLDINVEST Media GmbH und den Lesern dieser Artikel entsteht keinerlei Vertrags- und/oder Beratungsverhältnis, da sich unsere Artikel lediglich auf das jeweilige Unternehmen, nicht aber auf die Anlageentscheidung, beziehen. Wir weisen darauf hin, dass Partner, Autoren und Mitarbeiter der GOLDINVEST Media GmbH Aktien der jeweils angesprochenen Unternehmen halten oder halten können und somit ein möglicher Interessenkonflikt besteht. Wir können nicht ausschließen, dass andere Börsenbriefe, Medien oder Research-Firmen die von uns empfohlenen Werte im gleichen Zeitraum besprechen. Daher kann es in diesem Zeitraum zur symmetrischen Informations- und Meinungsgenerierung kommen.

Werbeanzeigen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Leitartikel

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s