Schwierige Zeiten Down Under – Australischer Investitionsboom im Rohstoffsektor auf tönernen Füßen

BHP Billition produziert große Teile des Eisenzerzes in West Australien; Foto: BHP Billiton PLC

BHP Billition produziert große Teile des Eisenzerzes in West Australien; Foto: BHP Billiton PLC


Die Untersuchung einer australischen Regierungsabteilung zeigt, dass im vergangenen Jahr Rohstoffprojekte im Wert von 150 Mrd. Dollar zurückgestellt wurden. Das bedeute, hieß es weiter, dass der Investitionsboom schnell in sich zusammenfallen könnte, sollten nicht bald neue Großprojekte freigegeben werden.

Die Prüfung zeigte, dass eine Reihe von bereits im Bau befindlichen Projekten, die auch bereits genehmigt waren, in den letzten sechs Monaten auf Eis gelegt wurde. Nur die Kostensteigerungen hätten verhindert, so der Bericht weiter, dass der Gesamtwert der Projekte gefallen sei.

Die wachsenden Sorgen über den Ausblick für den Rohstoffsektor sind Teil der zunehmenden Zweifel der Konsumenten am Zustand der australischen Wirtschaft. Der letzte Verbrauchervertrauensindex des Westpac Melbourne Institute zeigt, dass eine deutliche Mehrheit der Haushalte die Zukunft nun pessimistisch sieht.

Die Behörde für die Wirtschaftlichkeit des Rohstoff und Energiesektors erklärte allerdings, dass es noch zahlreiche Projekte gebe, die in der Machbarkeitsphase seien oder auf grünes Licht warten würden und so den Rohstoffboom verlängern könnten. Allerdings würden die Rohstoffpreise, Baukosten und die Produktivität darüber entscheiden, wie die Situation ausgeht.

Sollten alle möglichen Projekte auch tatsächlich genehmigt werden, könnte das den Höhepunkt des Booms um weitere zwei Jahre hinausschieben, hieß es weiter. Allerdings hat die Streichung oder Verschiebung von 18 Projekten im vergangenen Jahr den Wert der verbleibenden Projekte um 150 Mrd. Dollar sinken lassen.

Diese Einschnitte wurden vorgenommen, nachdem die chinesische Wirtschaft im zweiten Halbjahr 2012 langsamer wuchs und die Rohstoffpreise einbrachen. Auch BHP Billiton (WKN 908101) und Rio Tinto (WKN 852147), und damit zwei der größten Bergbaukonzerne der Welt, haben ihre Expansionspläne beschnitten. Und auch im Bereich Flüssigerdgas zeigten sich viele Marktteilnehmer entmutigt von der Kostenexplosion bei bereits im Bau befindlichen Projekten und der massiven Ausweitung der Gaskapazitäten, die in den USA geplant ist.

In den vergangenen sechs Monaten wurden in Australien zwar neun Projekte genehmigt, was nur eines weniger ist als im gleichen Zeitraum davor, doch fiel der Wert dieser Projekte von 12,2 auf nur noch 3,3 Mrd. Dollar. Die Studie besagt, dass Großprojekte mit einem Wert von 5 Mrd. Dollar 80% des Werts der im Bau befindlichen Projekte ausmachen.

Gleichzeitig wurde bekannt, dass die Explorationsausgaben Down Under deutlich zurückgingen und im letzten Halbjahr 2012 um 27% sanken. Zudem haben sich die Bedingungen verschlechtert, da die Explorationsgesellschaften nun ihre Ausgaben nicht mehr sofort gegen die zu versteuernden Gewinne gegenrechnen können.

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