Extrem negatives Sentiment: Steht der Goldpreis vor einer Trendwende?

Goldbarren

Goldbarren

Nach der Rekordjagd am Aktienmarkt könnten Großanleger, die zuletzt sehr negativ für das Edelmetall gestimmt waren, ihre Positionen überdenken – und erneut umschichten.

Eine ganze Reihe von Zahlen zeigt: Die Schar institutioneller Anleger traut dem Goldpreis derzeit wenig zu. Blickt man auf die Entwicklung der Goldbestände von Exchange Traded Funds, kurz ETF. so zeigen sich massive Abflüsse in den vergangenen Monaten – diese Fonds sind ein gutes Beispiel für die Erwartungen institutioneller Anleger. Die Daten vom Terminmarkt bestätigen dies: Hier ist man pessimistisch wie selten zuvor für das Gold. Auch dieser Markt wird von institutionellen Anlegern, vor allem trendorientiert arbeitenden Hedgefonds, bestimmt.

Während in der Finanzbranche das Sentiment für Gold also kaum schlechter werden kann, sieht dies an anderen Stelle komplett gegensätzlich aus. Die Nachfrage nach Goldmünzen und Barren boomt geradezu. Staatliche Münzprägeanstalten mussten phasenweise sogar den Verkauf stoppen. Und die Goldproduzenten haben sich am Terminmarkt mehr und mehr auf der bullishen Seite platziert.

Die Divergenz bei den Marktmeinungen ist extrem und eine Chance für den Goldpreis, insbesondere wenn man weiß, dass mittlerweile viele Marktteilnehmer aus der Finanzbranche computergestützt auf bestehende Trends setzen. Weist dieser wie zuletzt beim Gold nach unten, wird verkauft. Dreht der Trend nach oben, wechselt der Computer einfach auf die Longseite – die Maschinen sind da schmerzfrei, was solche Entscheidungen angeht, sie folgen frei von Gefühlen schlicht programmierten Mustern und verstärken damit Trendbewegungen.

Edelmetallexperte Jeff Nichols sieht in dieser Marktlage Chancen für Investoren, die sich antizyklisch und damit gegen die stark negative Markteinschätzung der institutionellen Anleger engagieren. Es ist ein typischer Contrarian-Ansatz, der verfolgt wird. Da das Sentiment für Gold kaum noch schlechter werden könne und der Markt mittlerweile völlig aus der Balance geraten ist, dürften die meisten Marktteilnehmer von Seiten der Finanzspekulation bereits auf fallende Kurse gesetzt haben. Es sind Situationen wie diese, die in der Geschichte der Börse immer wieder für teils spektakuläre Trendwenden gesorgt haben.

Was also könnte den Goldpreis wieder nach oben bewegen? Zuletzt war viel Geld in den Aktienmarkt geflossen und hat dort für neue Kursrekorde gesorgt, zum Beispiel beim DAX. Doch die Fundamentaldaten der Wirtschaft unterstützen diese Rekordjagd eigentlich nicht. Vielmehr wird die Kursrallye durch die große Liquidität gespeist, die Notenbanken wie die Fed auf den Markt bringen. Da zinstragende Titel mit großen Emissionsvolumen weiterhin kaum Rendite abwerfen, verschwindet Geld dorthin wo der Trend stark ist – nämlich am Aktienmarkt.

Goldanlegern dürfte dies bekannt vorkommen. Eine ähnliche Konstellation hat die Feinunze auf das Allzeithoch bei 1.921 Dollar empor schießen lassen. Nichols rechnet damit, dass der Umschichtungsprozess in Aktien weitgehend abgeschlossen ist. Allein das könne den Goldpreis wieder in die Höhe treiben, erst recht, wenn Teile der Aktienmarktgelder wieder ins Gold fließen.


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