Charttechnik: Edelmetalle – Das Schlimmste vorüber?

Palladium

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Die Kurse der Edelmetalle können sich am Mittwoch von den Tagestiefs erholen. In den Charts zeigen sich einige interessante Situationen, die zu Kursgewinnen führen können. Das gilt vor allem für einen Rohstoff, der nicht so im Fokus steht: Palladium.

Gute Konjunkturdaten aus den USA haben den Preisen für Gold und Silber am Mittwoch einen weiteren Schlag versetzt. Die Äußerungen von Fed-Chef Ben Bernanke zum Quantitative-Easing-Programm wirken hier noch nach. Die guten Zahlen lassen es wahrscheinlicher werden, dass die US-Notenbank ihre „Liquiditätspumpe“ schon bald auf niedrigeren Touren laufen lässt. Als Folge daraus brechen heute Gold und Silber noch einmal ein, während sich konjunktursensible Metalle besser halten können.

Am frühen Nachmittag wird für die Feinunze Gold ein Kurs von 1.242,20 Dollar notiert, womit das Edelmetall noch mit 2,75 Prozent im Minus notiert. Das Tagestief liegt mit 1.224,10 Dollar aber noch spürbar tiefer, es ist eine Kurserholung zu sehen. Das gilt ebenso für das Silber, dessen Feinunzenpreis sich von 18,46 Dollar, dem heutigen Tagestief, auf 18,91 Dollar erholen kann. Hier liegt das Minus mit 3,72 Prozent noch etwas höher als beim Gold – erstaunlich, wo Silber doch als wesentlich konjunktursensibler eingestuft werden muss. Etwas weniger deutlich fällt das Minus beim Platin aus, das am frühen Nachmittag mit 1,57 Prozent Verlust bei 1.330,80 Dollar notiert. Palladium verzeichnet zugleich ein Minus von 2,43 Prozent auf 649,90 Dollar. Bei beiden Metallen gibt es ebenfalls Erholungstendenzen zu sehen.

Der Blick auf die Charttechnik zeigt überverkaufte Situationen und damit einhergehend Erholungspotenziale. Dagegen sprechen bei den Rohstoffen noch die vielfach bearishen Trends, hier können aber bereits kleine Kaufsignale dazu führen, dass Short-Positionen an den Terminmärkten geräumt werden – das würde für steigende Kurse sorgen, eine Erholung käme in Gang. Durchaus möglich, dass der heutige Tag erste Ansätze hierfür liefert.

Der Blick aufs Gold zeigt, dass hier eine markante Unterstützung aus dem Jahr 2009 (!) um 1.226 Dollar Stabilität in den Feinunzenpreis gebracht hat. Unterhalb von 1.265 Dollar trifft das Edelmetall nun auf erste charttechnische Hürden. Gelingt ein Sprung hierüber, wäre eine mögliche Ausgangslage für einen Anstieg in Richtung 1.308/1.330 Dollar geschaffen – siehe oben.

Bei Silber zeichnet sich um die Marke von 18,90/19,47 Dollar ein charttechnisches Hindernis ab, ein Sprung hierüber könnte der Feinunze weiteren Bewegungsspielraum nach oben geben. Interessant wird es vor allem, sollte dem Silberpreis in den kommenden Tagen ein Comeback mit einem Anstieg über 19,82/20,24 Dollar gelingen.

Hoch interessant könnte die charttechnische Lage beim Palladium werden, denn hier wird eine mögliche Bärenfalle aufgebaut. Der Rohstoff war heute, Basis September-Future, unter die Unterstützung um 647,50/650 Dollar gefallen, schickt sich nach einem Tagestief bei 638,60 Dollar derzeit aber an, diese zurückzuerobern. Gelingt dies, wäre eine hoch spannende Trendwendechance geschaffen. Zur Erinnerung: Noch am 11. Juni stand der Palladium-Future mit 772 Dollar in der Nähe des Jahreshochs, das bei 788 Dollar notiert ist.

Hinweis: Die hier angebotenen Artikel stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die GOLDINVEST Media GmbH und ihre Autoren schließen jede Haftung diesbezüglich aus. Die Artikel und Berichtedienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine wie immer geartete Handlungsaufforderung dar. Zwischen der GOLDINVEST MediaGmbH und den Lesern dieser Artikel entsteht keinerlei Vertrags- und/oder Beratungsverhältnis, da sich unsere Artikel lediglich auf das jeweiligeUnternehmen, nicht aber auf die Anlageentscheidung, beziehen. Wir weisen darauf hin, dass Partner, Autoren und Mitarbeiter der GOLDINVEST Media GmbH Aktien der jeweils angesprochenen Unternehmen halten oder halten können und somit ein möglicher Interessenkonflikt besteht. Wir können nicht ausschließen, dass andere Börsenbriefe, Medien oder Research-Firmen die von uns empfohlenen Werte im gleichen Zeitraum besprechen. Daher kann es in diesem Zeitraum zur symmetrischen Informations- und Meinungsgenerierung kommen.

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Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “Charttechnik: Edelmetalle – Das Schlimmste vorüber?

  1. Ein wirklich sehr interessanter Artikel! Ich beschäftige mich gerade mit der Charttechnik. Die Charttechnik ist der Grundbaustein der technischen Analyse. Im Gegensatz zur fundamentalen Analyse wird anhand der Charttechnik nur die Vergangenheit betrachtet. Im Endeffekt sollte diese Rückschlüsse / Hinweise über die zukünftige Entwicklungen liefern. Es gibt eine ganze Reihe von unterschiedlichen Charttypen und –techniken. Die klassische Charttechnik, die Point- Figure Technik, die Candlestick Technik sowie die Elliott Wellen Theorie sind hierbei die bekanntesten. Je nach Tradingstrategie bzw. –absicht können einzelne Trader unterschiedliche Strategien bevorzugen bzw. anwenden. Die Charttechnik stellt hierbei sicherlich ein bedeutendes Tradinginstrument /-unterstützung dar. Jedoch muss man sich im Klaren sein, dass man die Zukunft nie von der Vergangenheit ableiten kann. Spekuliert man nur kurzfristig (Daytrading) kann man sicherlich anhand der Charttechnik agieren. Langfristig wird die Charttechnik meist noch mit fundamentalen Daten kombiniert. Wie man hierbei erkennt, kann man lediglich aufgrund der Charttechnik handeln oder diese als sinnvolle Unterstützung beim Trading einsetzten.

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