Zentralbanken und Privatanleger als Hoffnungsträger: Beim Gold stellen sich einige Analysten gegen den Konsens

Goldbarren

Goldbarren

Ben Bernanke drückt den Goldpreis. Das ist derzeit die einhellige Meinung am Markt. Doch nicht jeder Analyst ist wirklich negativ gestimmt.

Der Goldpreis fällt und fällt. Um die 1.230 Dollar werden derzeit noch je Unze bezahlt, seit Januar hat der Goldpreis damit rund 27 Prozent verloren. Und die Tendenz scheint weiter nach unten zu gehen. Zu groß ist die Angst des Marktes, dass Fed-Chef Ben Bernanke seine Drohung wahr macht und das Anleihekaufprogramm langsam auslaufen lässt. 85 Milliarden Dollar flossen so monatlich in den Markt.

Bei der Nord LB nennt man dieses Geld eine „Liquiditätsdroge“, ein plötzlicher Entzug dieser Droge wäre „Gift für den Goldpreis“, so die Analysten. Wie sehr diese Droge den Markt beherrscht, zeigen die aktuellen Kursstürze beim Gold. Der Verkaufsdruck bei dem Edelmetall bleibt bestehen. Neben den Bernanke-Äußerungen sind es inzwischen auch technische Faktoren, die den Preis weiter drücken, charttechnische Marken werden gerissen. Bei der Credit Suisse sieht man daher auch weitere Abwärtsrisiken, was der vorherrschenden Meinung am Markt entspricht.

Dem kann sich auch die Societe Generale nicht entziehen, die das Gold unter Druck sieht. Hier verweisen die Experten darauf, dass der Kurs in Singapur inzwischen auf dem Niveau vom Herbst 2010 angelangt ist. Die Geldpolitik der FED ist für die französischen Experten nur ein Grund für den Abwärtstrend. Auch der negative Ausblick der chinesischen Wirtschaft verhagelt ihnen die Laune.

Anders argumentieren die Experten der Erste Group aus Österreich. Diese sind der festen Überzeugung, dass das fundamentale Argument für Gold überzeugender denn je sei. So eine Entwicklung wie in diesen Tagen habe es im Finanzwesen noch nicht gegeben. Die Analysten sehen die Notwendigkeit einer „monetären Versicherung“. Und bringen in diesem Zusammenhang das Gold ins Spiel.

Auch die Analysten der Nord LB sehen beim Gold alles andere als schwarz. Für die zweite Jahreshälfte werden sie deutlich optimistischer. So hat man schon zuletzt in China und Indien bei Privatanlegern eine verstärkte Nachfrage beobachten können. Die günstigen Goldpreise sollten auch weitere Notenbanken dazu bringen, ihre Goldschätze erneut aufzustocken. Man weiß von verschiedenen Notenbanken aus Schwellenländern, die ihre Bilanz durch Gold diversifizieren wollen. Explizit genannt werden die Türkei und Kasachstan. Aber auch China und Russland zeigen unverändert großes Interesse daran, die Tresore ihrer Zentralbanken mit weiterem Gold zu füllen.

Die bisherige Unterstützung durch die FED könnte somit durch den Goldhunger anderer Nationen abgelöst werden. Wenn der Kurs noch weiter fällt, würde Gold für asiatische Käufer noch interessanter und auch weitere Zentralbanken könnten ihre Strategie überdenken. Daher glauben die Experten der Nord LB, dass Preise von mehr als 1.100 Euro je Unze Gold bald wieder realistisch sind. Vom derzeitigen Kurs um 950 Euro wäre dies ein deutlicher Anstieg und zugleich ein Zeichen, dass es um das Gold gar nicht so schlecht steht.


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