Aktionäre wollen überzeugt werden: Glencore Xstrata – Kosten sollen sinken, Synergien steigen

Minenprojekt, hier von Xstrata, in Australien

Minenprojekt, hier von Xstrata, in Australien

Der Bergbaukonzern Glencore Xstrata (WKN A1JAGV) verspricht seinen Investoren, dass man die Kosten erheblich reduzieren, riskante Projekte auf Eis legen und größere Vorteile aus der 46 Mrd. Dollar schweren Übernahme von Xstrata ziehen wird. Das Unternehmen zielt nun darauf ab, bis zum kommenden Jahr 2 Mrd. Dollar an Synergieeffekten zu erzielen.

Als die Akquisition im vergangenen Jahr angekündigt wurde, hatte Glencore noch von Synergien in Höhe von 500 Mio. Dollar gesprochen. Die sollten vor allem dadurch erzielt werden, dass ein größerer Anteil von Xstratas Produkten durch die Marketingmaschinerie von Glencore geschleust wird. Von Kostensenkungen auf den Minen von Xstrata war damals noch nicht die Rede.

Noch vor dem ersten Tag seiner Präsentationen zum Erfolg des Deals erklärte der Konzern, man rechne jetzt mit Synergien von 450 Mio. Dollar im Marketing, 175 Mio. Dollar bei Finanzierungen und 1,4 Mrd. Dollar an Kosteneinsparungen für 2014. Das ist deutlich mehr als von vielen Analysten erwartet. Und Glencore Xstrata deutete an, dass weitere Sparmaßnahmen folgen dürften.

Ein erheblicher Teil der Synergien sei im Overhead des Hauptsitzes und der regionalen Büros zu realisieren, erklärte Glencore-CEO Ivan Glasenberg. Man habe zudem gerade erst begonnen, die fusionierten Bergbau- und Metallurgieaktivitäten zu untersuchen.

Glencore Xstrata will bis 2015 zudem seine Investitionen um 3,5 Mrd. Dollar kürzen und die Ausgaben, die benötigt werden, um die bestehenden Aktivitäten aufrechtzuerhalten, bei 4 Mrd. Dollar halten. Das liegt am unteren Ende der bisherigen Prognose. Von Xstrata geerbte „Greenfield“-Projekte – Minen, die noch ganz am Anfang ihrer Entwicklung stehen und die bei Glencore schon lange nicht auf Gegenliebe stoßen – wurden in der Priorität zurückgesetzt, wobei Umfang und Kosten dieser Projekte gesenkt wurden. Details hierzu gab der Konzern allerdings nicht bekannt.

Glencore, die Aktien des Konzerns sind seit Abschluss der Fusion rund 7% schlechter gelaufen als die in Großbritannien gelisteten Bergbauaktien insgesamt, kam im August unter Druck, nachdem man Abschreibungen in Höhe von 7,7 Mrd. Dollar auf die Assets von Xstrata bekannt gab. Zwar sind das „nur“ Papierverluste, doch warfen diese Fragen in Bezug auf den Mega-Deal auf, der genau abgeschlossen wurde, als die Lage am Rohstoffmarkt sich deutlich verschlechterte.

Experten erwarten, dass eine starke Performance am heutigen Dienstag, wenn Glencore seine Befunde zu der Fusion nach vier Monaten vorlegt, zumindest die Stimmung verbessern könnte. Ob der Zusammenschluss ein Erfolg wird oder nicht, dass zu entscheiden wird aber noch lange dauern.


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