Abkehr von der ultralockeren Geldpolitik: Gold – Fed kauft ab Januar nur noch Anleihen im Wert von 75 Mrd. USD pro Monat

GoldbarrenDer Goldpreis kam in den USA gestern unter Druck, als die Aktienmärkte trotzt der Ankündigung der US-Notenbank, ihr Anleihekaufprogramm ab Januar zu kürzen, deutlich zulegten.

Das Edelmetall war fast das ganze Jahr 2013 über unter Druck, was insbesondere auf die Umschichtung des Investmentkapitals in den schnell steigenden Aktienmarkt zurückgeführt wurde. Hinzu kam, dass am Goldmarkt der gestrige Schritt der Fed schon größtenteils eingepreist wurde.

Die Mehrheit der Beobachter war davon ausgegangen, dass die US-Zentralbank erst im ersten Quartal 2014 beginnen würde, ihre QE oder Quantitative Easing genannten Maßnahmen zur Stützung der US-Wirtschaft zurückzufahren. Allerdings wurde der jetzt erfolgte Schritt auch als möglich betrachtet, vor allem, da die zwei letzten Arbeitsmarktberichte jeweils 200.000 neu geschaffene Stellen in den USA außerhalb der Landwirtschaft auswiesen.

Und so kündigte die Fed eine Drosselung ihrer monatlichen Anleihekäufe um 10 auf jetzt noch 75 Mrd. USD an. Dennoch hält sich der Goldpreis bislang vergleichsweise gut. Nach einem ersten, kurzen Absacken erholte sich das gelbe Metall schnell und konnte während der Pressekonferenz von Fed-Chef Ben Bernanke sogar leichte Gewinne verbuchen.

Bernanke äußerte sich dabei nicht nur zur Entscheidung der Notenbank, sondern betonte auch, dass man die Leitzinsen länger als bislang verkündet auf ihrem sehr niedrigen Niveau belassen werde, um die Wirtschaft weiter zu stützen.

Erst als der Notenbankchef seine Bemerkungen abschloss und der Dow Jones ungeachtet der Fed-Entscheidung stark anstieg, kam wieder Druck auf den Goldpreis auf. Experten sind der Ansicht, dass der Markt auf die Drosselung der Anleihekäufe vorbereitet war. An den Aktienmärkten werde positiv bewertet, dass die Geldpolitik der Fed weiterhin sehr locker bleibe.” Da die Aktien ihre Aufwärtsbewegung fortsetzten, folgten viele Anleger diesem Trend, sodass das Interesse an Gold weiter sank, hieß es.

Analysten der Citi Institutional Client Group erklärten, dass der relativ geringe Umfang der Drosselung dazu geführt habe, dass einige Schnäppchenjäger nach dem ersten Abwärtsruck bei Gold zugegriffen hätten. Sie erwarten allerdings auch weitere Schwäche, wenn die Notenbank ihre Drosselung der Anleihekäufe fortsetzt.

Andere Experten aber sehen das Potenzial, dass sich der Goldmarkt einigermaßen halten kann und weitere Verluste begrenzt sein dürften.

Im frühen europäischen Handel allerdings gibt der Goldpreis erst einmal weiter nach. Aktuell, gegen 09:45 Uhr notiert er bei 1.208 USD pro Unze.


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