Schmutzige Übernahmeschlacht: HudBay Minerals-CEO – „Augusta Resource ist im Grunde insolvent“

Hudbay Minerals - Kupferschmelzhütte

Hudbay Minerals – Kupferschmelzhütte Quelle: Hudbay Minerals

Augusta Resource (WKN 120131) ist „im Grunde insolvent“ und sieht sich in den nächsten Monaten hohen finanziellen Risiken gegenüber, behauptet das Unternehmen, das Augusta übernehmen will.

David Garofalo, CEO von HudBay Minerals (WKN A0DPL4), nahm am gestrigen Donnerstag in einem Interview mit der Financial Post kein Blatt vor den Mund, jetzt wo der 428 Mio. Dollar schwere, feindliche Übernahmekampf an Fahrt aufnimmt. Garofalo betonte, dass das Unternehmen und die Augusta-Aktionäre große Probleme bekommen würden, sollte es nicht gelingen, in naher Zukunft den Genehmigungsprozess für das Kupferprojekt Rosemont erfolgreich abzuschließen.

Dieser Prozess steht im Zentrum der Übernahmeschlacht. Augusta hatte diese Woche mitgeteilt, dass man damit rechne, die letzte benötigte Genehmigung im ersten Halbjahr 2014 zu erhalten. Danach soll der Bau der geplanten Mine beginnen. HudBay aber ist der Ansicht, dass es bis zur abschließenden Genehmigung deutlich länger dauern könnte. Sollte das der Fall sein, könne Augusta erhebliche Liquiditätsprobleme bekommen, hieß es.

Augusta verfügte Ende September 2013 über nur 749.000 USD Cash und damit ein negatives Betriebskapital von 87 Mio. USD. Das ist aber kein Problem, wenn das Unternehmen das Genehmigungsverfahren bald erfolgreich abschließt, denn dann würde man Zahlungen in Höhe von 336 Mio. USD von Silver Wheaton (WKN A0DPA9) und einem Joint Venture-Partner erhalten.

Sollte aber die Genehmigung nicht bald erteilt werden, erklärte jedenfalls Garofalo, würde das Unternehmen und seine Aktionäre große Probleme bekommen, da für Augusta schon im Juli ein 109 Mio. USD-Kredit von Red Kite Mine Finance Fund fällig wird. Zwar dürfte es Augusta wahrscheinlich gelingen, diesen Kredit zu verlängern, doch könne das Konsequenzen für die Aktionäre haben.

Augusta verfüge eigentlich über kein Geld und weise erhebliche Verbindlichkeiten auf, die schon sehr bald fällig würden, erklärte der HudBay-CEO. Man sei besorgt, was Augusta unternehmen könnte, um eine möglicherweise notwendige Kreditverlängerung zu erhalten und welche Auswirkungen das auf den Wert des Unternehmens für die Aktionäre haben würde. Zudem sei besorgniserregend, dass zwei der Genehmigungen, die Augusta bereits erhalten hat, juristischen Anfechtungen gegenüberstehen, was die Finanzspritze von Silver Wheaton verzögern könnte. Dieses Geld werde Augusta nicht so schnell erhalten, so Garofalo.

Diese Äußerungen von HudBay heben die Feindseligkeiten eines bereits schwierigen Übernahmekampfes auf ein neues Level. Erst diese Woche hatte Augustas CEO Gil Clausen HudBay wegen der im Vergleich zur Peer Group schlechten Kursperformance angegriffen und argumentiert, dass eine Fusion für Augustas Aktionäre zu riskant sei, da HudBay in Peru aktiv sei und zudem Fragen dazu bestünden, wie HudBay Rosemont finanzieren würde.

Zudem, so Augusta, habe HudBay mit seiner feindlichen Offerte so gut wie keine Chance, da Anleger, die mehr als ein Drittel der Aktien halten, erklärte hätten, diese HudBay nicht übergeben zu wollen. (Wir berichteten.). Doch Herr Garofalo wies das als bedeutungslos zurück, da es sich dabei nicht um juristisch bindende Vereinbarung handele.

Vielmehr habe er von den Augusta-Aktionären das Feedback erhalten, dass sie niemals wirklich geglaubt hätten, dass dieses Management-Tema die Mine tatsächlich bauen oder finanzieren werde. Es sei für sie ein Trade gewesen und sie würden nur darauf warten, das Unternehmen und das Projekt in sichere Hände zu geben, so Garofalo.

HudBay glaubt, das richtige Unternehmen für den Bau der 1,2 Mrd. Dollar teuren Mine zu sein, da man über die technischen und finanziellen Möglichkeiten dafür verfüge. Doch erst einmal muss dafür die Übernahmeschlacht gewonnen werden. Die Augusta-Aktien werden über dem von HudBay gebotenen Preis gehandelt und zahlreiche Analysten haben bereits erklärt, dass ein konkurrierendes Angebot wahrscheinlich sei.


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