Wieder über 21.000 USD pro Tonne: Nickelrallye setzt sich fort

Nickel Vorzerkleinerung - Quelle: Norilsk Nickel

Nickel Vorzerkleinerung - Quelle: Norilsk Nickel

Der rasante Anstieg des Nickelpreises legte zwischenzeitlich eine Pause ein. Nachdem der Preis für das Industriemetall die Marke von 21.000 USD pro Tonne überstieg, setzten Gewinnmitnahmen ein. An der fundamentalen Situation allerdings hat sich wenig geändert, sodass der Aufwärtstrend wieder aufgenommen wurde.

Als die Regierung Indonesiens Anfang dieses Jahres ein Exportverbot für Nickelkonzentrat in Kraft setzte, das das Angebot erheblich verringerte, sagten Branchenbeobachter voraus, dass dies tiefgreifende Auswirkungen auf den Nickelmarkt haben würde. (Auch wir berichteten.) Allerdings wurden sie von der Investmentgemeinde größtenteils ignoriert, die nach fast drei Jahren einer katastrophalen Preisentwicklung wenig Interesse an Nickel hatten.

Aus heutiger Sicht aber lagen die Experten richtig, denn der Nickelpreis ist um rund 50% gestiegen, seit das Exportverbot in Kraft trat. Am gestrigen Montag stieg der Nickelpreis teilweise sogar um mehr als 5% auf über 9,50 USD pro Pfund. Das war der höchste Stand seit Anfang 2012.

Indonesien hat einen so großen Einfluss auf den Nickelmarkt, da aus dem Land rund 28% der Minenproduktion des Metalls stammen. Durch das Exportverbot für nicht weiterverarbeitetes Erz soll der Aufbau einer Verhüttungsindustrie im Land gefördert (manche sagen „erzwungen“) werden, damit ein größerer Teil der Wertschöpfung in Indonesien erfolgt.

Ein weiterer Preistreiber für Nickel ist, dass spekuliert wird, dass das Angebot aus Russland wegbrechen könnte, sollte das Land wegen der Ukrainekrise mit härteren Sanktionen aus dem Westen belegt werden. Hinzu kommt, dass der brasilianische Bergbaugigant Vale (WKN 897998) kürzlich auf Grund eines Säureunfalls die Produktion in Neukaledonien aussetzte.

Die Geschwindigkeit, mit der der Nickelpreis nach oben schoss, hat wohl fast alle Marktteilnehmer überrascht. Allerdings gehen die Meinungen auseinander, wohin die Fahrt jetzt geht. Die Nickelbullen behaupten, dass der Preis steigen muss, da die Lagerbestände sinken und die chinesischen Veredler einen höheren Preis benötigen, um Geld zu verdienen, da sie auf Grund des indonesischen Exportverbots deutlich mehr für das Ausgangsmaterial zahlen müssen. Zudem seien neue Funde selten geworden.

Die Gegenseite ist der Ansicht, dass die Welt immer noch schier in einer Nickelflut ertrinkt, da in den vergangenen Jahren große neue Minen in Produktion gegangen seien und die Lagerbestände vergleichsweise hoch liegen würden.

Die Analysten von TD Securities erwarten für das laufende Jahr jedenfalls einen Angebotsüberschuss von 70.000 Tonnen im Nickelmarkt nach noch größeren Überschüssen in den zwei Jahren davor. Die Experten glauben zwar, dass der Markt nächstes Jahr ins Defizit gehen wird, machen sich aber keine Sorgen in Bezug auf eine mögliche Angebotsverknappung. Angesichts der in den vergangenen Jahren angehäuften Bestände, werde das ihrer Ansicht nach in den kommenden Monaten kein Problem sein.

TDS wies auch darauf hin, dass das Exportverbot durch die indonesische Regierung auch aufgehoben werden könnte, da es zu Tausenden Entlassungen geführt habe. Andere Stimmen aber erklären, dass das Verbot von der Bevölkerung befürwortet wird und in den im Sommer anstehenden Wahlen kein großes Thema sei.

Auf jeden Fall hat der Nickelpreisanstieg in diesem Bereich tätige Unternehmen aus Kanada wieder auf den Radar der Anleger gebracht. Nach den Übernahmen von Inco und Falconbridge gibt es nicht mehr viele und es handelt sich ausschließlich um Juniors wie Royal Nickel (WKN A1H46U), North American Nickel (WKN A1C06R) oder First Nickel (WKN A0DJ6X).


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