Wolfram-Mine wird abgestoßen: Deutsche Rohstoff AG – Volle Konzentration auf Öl und Gas in den USA

Das Gelände des Wolframprojekts der Deutsche Rohstoff AG in Australien

Das Gelände des Wolframprojekts der Deutsche Rohstoff AG in Australien

Interessante Neuigkeiten aus Heidelberg: Die Deutsche Rohstoff AG (WKN A0XYG7) hat beschlossen, sich künftig noch stärker auf das Geschäft mit Öl und Gas in den USA zu konzentrieren. Das bedeutet unter anderem, dass das Unternehmen seine australische Wolfram-Mine verkaufen wird.

Nach dem die Deutsche Rohstoff AG letzte Woche den Verkauf der wesentlichen Vermögensgegenstände ihrer US-Tochter abgeschlossen hat, planen die Heidelberger nun eine Neuausrichtung. Dabei will man sich vor allem auf die Entwicklung von Öl- und Gaslagerstätten in den USA konzentrieren.

Denn das Management ist der Ansicht, dass dort weiterhin hervorragende Chancen bestehen, „sehr rentable Investitionen mit schnellem Rückfluss der investierten Mittel“ vorzunehmen. Nach Angaben der DRAG hat das eben veräußerte Windsor-Projekt eine Rendite auf das eingesetzte Eigenkapital (vor Steuern) von 365% erbracht – in nur wenig mehr als drei Jahren. Damit verfügt der Heidelberger Konzern nun über liquide Mittel von rund 135 Mio. Euro.

Teil der beschlossenen Neuausrichtung ist auch, dass das Unternehmen die Wolfram Camp-Mine in Australien verkaufen wird. Wie heute mitgeteilt wurde, werden bereits Verhandlungen mit einem Interessenten geführt, die schon in Kürze zum Abschluss kommen könnten. Die Deutsche Rohstoff AG hat zudem für das vergangene Jahr eine Abschreibung auf die Vermögenswerte von Wolfram Camp bzw. Tropical Metals im Konzernabschluss in Höhe von rund 4,4 bzw. von 10 Mio. Euro im Abschluss der Deutsche Rohstoff AG als Muttergesellschaft vorgenommen.

Denn man rechnet damit, dass die zu erwartenden künftigen Nettozuflüsse – ausgehend von den bisherigen Erfahrungen mit Abbau und Verarbeitung und dem stark schwankenden Wolframpreis sowie Wechselkursen hinter den Erwartungen zurückbleiben dürften. Auch ein Verkaufspreis, der unter den bisherigen Buchwerten liegt, könne nicht ausgeschlossen werden, hieß es. Die DRAG meldet so – nach den Abschreibungen von insgesamt 7,3 Mio. Euro – ein Konzernergebnis -7,65 Mio. Euro. Im Jahr zuvor wurde noch ein positives Konzernergebnis von 2,3 Mio. Euro erzielt.

Positiv entwickelten sich hingegen die Umsatzerlöse des Konzerns. Sie stiegen von 3,1 Mio. Euro 2012 auf 17,8 Mio. Euro 2013. Tekton Energy trug dazu 9,0 Mio. Euro bei und Wolfram Camp 8,6 Mio. Euro. Das EBITDA (Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) gibt die Deutsche Rohstoff AG, bereinigt um die einmaligen Kosten der Anleihebegebung von 2,0 Mio. Euro, mit 3,9 Mio. Euro an. Der Vorjahreswert lag bei 2,3 Mio. Euro.

Die Bilanzsumme stieg im abgelaufenen Jahr auf 131,5 Mio. Euro nach 63,4 Mio. Euro im Jahr zuvor und das Anlagevermögen, im Wesentlichen die Investitionen in Tekton und Wolfram Camp, legte auf 70,4 Mio. Euro zu, macht nun rund 54% der Bilanzsumme aus. An liquiden Mitteln verfügte die DRAG zum Jahresende über 39,8 Mio. Euro. Das Eigenkapital fiel auf Grund des Konzernverlustes und der Verrechnung von Währungsverlusten von 48,9 Mio. Euro 2012 auf nun noch 38,9 Mio. Euro.

Die Deutsche Rohstoff AG als Muttergesellschaft machte im vergangenen Jahr wegen der Abschreibungen auf Wolfram Camp sowie der Einmalkosten der Anleihebegebung einen Jahresverlust in Höhe von 12,1 Mio. Euro nach einem Jahresüberschuss von 3,8 Mio. Euro im Vorjahr. Da wegen dieses Verlustes keine ausschüttungsfähigen Gewinnrücklagen vorhanden sind, wird dieses Jahr aufgrund handels- und aktienrechtlichen Beschränkungen – trotz der sehr hohen liquiden Mittel – keine Dividende gezahlt. Stattdessen will die DRAG im Laufe des Jahres ein Aktienrückkaufprogramm durchführen.

Die Fokussierung auf das Öl- und Gasgeschäft in den USA geht mit der Gründung eines neuen Unternehmens durch die Deutsche Rohstoff in den USA einher, die Cub Creek Energy LLC, die ihren Sitz in Denver, Colorado hat. Mitgründer von Cub Creek sind Robert Gardner und Scott Baily, die bisher für Tekton Energy tätig waren. Beide werden zusammen mit Dan Berberick, einem nach Aussage der DRAG in den anvisierten Zielgebieten sehr erfahrenen Erdölgeologen, das Management von Cub Creek bilden, wobei Gardner die Position des CEO einnimmt. Titus Gebel, Thomas Gutschlag und der bisherige CEO von Tekton Energy Jerry Sommer werden für die Deutsche Rohstoff AG die übrigen Positionen im Board besetzen. Earl Norris wird Cub Creek seine große Erfahrung als Erdölgeologe ebenfalls beratend zur Verfügung stellen. Damit besteht das Management von Cub Creek Energy aus erfahrenen Branchenkennern, die maßgeblich zum Erfolg von Tekton Energy beitrugen.

Cub Creek wird sich zunächst auf die Bundesstaaten Colorado (insbesondere das Wattenberg-Feld), Utah und North Dakota konzentrieren, da das Management-Team dort bereits operativ tätig war und sich auskennt. 74% der Anteile an Cub Creek liegen bei der Deutschen Rohstoff AG, der Rest beim Management. Das wird sich auch wesentlich an der Finanzierung der Gesellschaft beteiligen. Man will noch dieses Jahr erste Flächen erwerben und mit deren Entwicklung beginnen.

Das Ziel ist klar, wie auch Titus Gebel, Vorstand der Deutsche Rohstoff, erklärte – mit Cub Creek soll der Erfolg von Tekton wiederholt werden. Wie er weiter ausführt, prüft man bereits erste möglichen Transaktionen.

Die ehemalige Tekton Energy verfügt nach dem Verkauf der wesentlichen Vermögensgegenstände über Barmittel in Höhe von 1,5 Mio. USD, die dazu dienen sollen, etwaige Restansprüche, die sich aus dem Verkauf ergeben könnten, auszugleichen. Darüber hinaus sind in der Gesellschaft ein industriell nutzbares Grundstück, Bohrmaterial sowie rund 560 Acres im sogenannten Magpie-Gebiet südlich von Windsor enthalten. Auf diese Flächen hat Extraction Oil & Gas der Käufer der wesentlichen Vermögensgegenstände von Tekton, eine Kaufoption, die bis März 2015 gilt. Für weitere 60 Mio. USD kann Extraction die Flächen übernehmen. Da bis dahin noch Ungewissheiten bestehen, werden alle weiteren Aktivitäten – Ankauf und Entwicklung von Flächen – ausschließlich über Cub Creek erfolgen – auch im Wattenberg-Feld. Ohnehin wird Tekton Energy demnächst in Elster Oil and Gas umbenannt und die gleichen Personen wie bei Cub Creek das Management übernehmen.

Die beiden Mitgründer von Tekton – Jerry Sommer und Earl Norris – gönnen sich außer einer beratenden Funktion für Cub Creek eine Auszeit und werden ihre Anteile an die Deutsche Rohstoff USA veräußern, die dann 93 % an der Gesellschaft hält. Der Rest entfällt auf das Management. Nach ihrer Pause könnten Sommer und Norris zusammen mit der Deutschen Rohstoff ein neues Projekt in Angriff nehmen, hieß es.

Wir denken, dass die Konzentration auf das Öl- und Gasgeschäft in den USA durchaus viel versprechend und verständlich ist, vor allem wenn man den ersten Erfolg in dieser Hinsicht berücksichtigt. Dass das Management der neuen Gesellschaft aus einem Teil der erfolgreichen Tekton-Mannschaft besteht, ist ebenfalls zu begrüßen, auch wenn es natürlich interessant gewesen wäre, schon mehr Details über mögliche neue Projekte zu erfahren. Wolfram Camp hat sich leider als eine Enttäuschung herausgestellt. Bleibt zu hoffen, dass hier ein einigermaßen verträglicher Verkaufspreis erzielt wird.

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