Eskalation im Irak: Goldpreis testet ehemalige Unterstützung bei 1.280 USD

Goldbarren; Bildquelle: Degussa

Goldbarren; Bildquelle: Degussa

Der Goldpreis hat in der vergangenen Woche einen nicht unerheblichen Teil seiner Verluste wieder gutgemacht und tendiert auch zu Beginn der neuen Handelswoche höher. Die eskalierende Situation im Irak, wo Kämpfer der extremistischen Islamisten von ISIS eine wichtige Stadt des Landes einnahmen, haben die Attraktivität des gelben Metalls als Sicherer Hafen wieder steigen lassen. Allerdings steht diese Woche die Junisitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank an, was weitere Gewinne begrenzen könnte, da sich die Aufmerksamkeit der Märkte wieder verstärkt der Entwicklung der US-Wirtschaft zuwenden dürfte.

Gold beschloss die vergangene Handelswoche bei rund 1.276 USD pro Unze und notiert derzeit im europäischen Handel (10:30 Uhr) bei knapp 1.281 USD.

In einer wöchentlichen Umfrage von Kitco News zum Goldpreis erwarten 16 von 24 Teilnehmern – Goldhändler, Futures-Trader, Investmentbanken und Chartanalysten – diese Woche einen Goldpreisanstieg. Drei Befragte rechnen mit einem Preisrückgang und fünf gingen von einer Seitwärtsbewegung aus.

Der Goldpreis hatte in der vergangenen Woche den höchsten Stand erreicht, seit er am 27. Mai scharf eingebrochen und durch eine charttechnische Unterstützung gefallen war. Nun testet das gelbe Metall diese ehemalige Unterstützung von 1.280 USD von unten. Analysten erklärten, die Nachricht, dass Kämpfer der extremistischen Gruppierung Islamic State of Iraq and Syria (ISIS) die Stadt Mosul – in der Nähe der größten Ölfelder des Landes – im Irak einnahmen, habe den Goldpreis steigen lassen. Auch die Ölpreise stiegen angesichts der besorgniserregenden Entwicklung deutlich.

Allerdings, so Marktbeobachter, sei das Handelsvolumen im Goldmarkt vergleichsweise gering gewesen. Da der Goldpreis nun den oberen Bereich der aktuellen Handelsspanne teste, zögere der Markt, das gelbe Metall weiter nach oben zu treiben. Allerdings, so Experten, bestehe angesichts der Entwicklung im Irak derzeit auch wenig Interesse an (Short-) Verkäufen.

Mitte der Woche dürfte dann ein anderes Ereignis die Entwicklung des Goldpreises beeinflussen. Am Dienstag kommt der Offenmarktausschuss der Fed zu seiner Junisitzung zusammen. Diese endet am Mittwoch und es wird allgemein davon ausgegangen, dass die Notenbanker eine weitere Drosselung ihrer Anleihekäufe zur Stützung der US-Wirtschaft um 10 Mrd. USD pro Monat ankündigen werden. Das war schon bei den vergangenen Treffen der Fed so zu beobachten.

Der Markt wird zudem genau hinhören, ob sich Fed-Chefin Janet Yellen zu einer genauen Ausstiegsstrategie aus dem Stimulusprogramm äußern wird, wenn sie ihre Pressekonferenz abhält. Auch mögliche Äußerungen dazu, wie schnell der Leitzins wieder steigen könnte, wenn es soweit ist, sind von großem Interesse für den Markt. Die Analysten von Nomura rechnen zudem damit, dass die Fed angesichts der schwachen BIP-Daten für das erste Quartal, ihre Prognosen für das Bruttoinlandsprodukt des Jahres 2014 senken wird.

Das Treffen der Notenbanker dürfte auf jeden Fall dafür sorgen, dass sich das Augenmerk der Märkte wieder auf die US-Wirtschaft richtet. Da zuletzt viele verbessert ausgefallene US-Wirtschaftsdaten veröffentlicht wurden, könnte dies für Druck auf den Goldpreis sorgen – zumal derzeit saisonal bedingt ohnehin eine schwächere Phase droht.


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