Käufer endlich gefunden: First Quantum Minerals übernimmt Lumina Copper für 470 Mio. USD

Mühle auf der Kevitsa-Mine. Quelle: First Quantum Minerals

Mühle auf der Kevitsa-Mine. Quelle: First Quantum Minerals

Lumina Copper (WKN A0Q6G0) hat doch noch einen Käufer gefunden. Damit geht einer der längsten und quälendsten Verkaufsprozesse der Bergbaubranche endlich zu Ende.

Als Käufer präsentiert sich First Quantum Minerals (WKN 904604). Das Unternehmen will 470 Mio. USD in bar und Aktien auf den Tisch legen und sich so das Taca Taca-Projekt in Argentinien sichern. Eine große Überraschung ist es nicht, dass ausgerechnet First Quantum zuschlägt, wenn man sich anschaut, wie aktiv das Unternehmen in dieser Hinsicht in den vergangenen Jahren war.

Die Überraschung ist eher, wie lange es dauerte, bis es Ross Beaty, Luminas Gründer und größtem Aktionär, gelang, das Unternehmen abzustoßen. Beaty, der 22% an Lumina hält, hatte ursprünglich damit gerechnet, den Verkauf schon vor zwei Jahren abwickeln zu können. Der Unternehmer hatte bereits in der Vergangenheit große Kupfervorkommen teuer verkauft. Und 2012 war der Fund auf Taca Taca bereits gut abgegrenzt und die Käufer kreisten schon.

Doch dann beschloss Argentinien im April 2012 die Ölgesellschaft YPD zu verstaatlichen. Das verschlechterte das Investmentklima in Argentinien drastisch, das bereits unter der galoppierenden Inflation und anderen Faktoren litt. Das Interesse an Taca Taca erlosch. Alle potenziellen Käufer seien quasi davongelaufen, so Beaty laut der Financial Post in einem Interview.

Doch er blieb geduldig, setzte darauf, dass sich die Probleme irgendwann lösen würden. Da weitere Arbeiten an Taca Taca nicht nötig waren, konnte sich das Management zurücklehnen und einfach abwarten.

Die Wende kam in diesem Jahr, da Argentinien einige Schritte unternahm, um Auslandsinvestitionen zu fördern. Die Währung wurde abgewertet, ein korrekteres System zur Messung der Inflation eingeführt und eine Einigung mit dem spanischen Ökonzern Repsol (WKN 876845) in Hinsicht auf die Verstaatlichung von YPF erzielt.

Das ließ das Interesse potenzieller Käufer an Taca Taca wieder aufflammen. First Quantum gab als erstes ein Gebot ab und Beaty kam das gerade recht, da er den Konzern sehr positiv sieht.

Taca Taca wird damit das dritte große Kupfervorkommen sein, dass First Quantum in den letzten vier Jahren in Lateinamerika übernimmt. 2010 ging es mit Haquira los, 2013 folgte Cobre Panama. Das Unternehmen wird in der Branche als führend beim Minenbau angesehen und dieser Deal wird die Produktion weiter steigen lassen.

Eine Frage dürfte sich aber zumindest ein Teil der Investoren stellen. Und zwar, ob First Quantum mit dem Bau zweier riesiger Minen – Cobre Panama und Sentinel – sowie einer Kupferhütte in Sambia nicht eigentlich genug zu tun hat. Denn Lumina hatte 2013 eine Wirtschaftlichkeitsstudie zu Taca Taca fertig gestellt, in der die Gesamtkosten für die Errichtung der Mine mit rund 3 Mrd. USD angegeben wurden.

Taca Taca ist das letzte von zehn großen Kupferprojekten, die Beaty für insgesamt mehr als 1,6 Mrd. Dollar verkauft hat. Er hatte die Assets Anfang der 2000er zu Schnäppchenpreisen eingesammelt, als der Kupferpreis bei 60 US-Cent pro Pfund lag. Heutzutage kostet ein Pfund des roten Metalls mehr als 3 USD pro Pfund.

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