Lateinamerika im Fokus: Agnico Eagle Mines – Osisko war nicht unsere letzte Übernahme

Arbeiten auf einer Mine von Agnico. Quelle: Agnico Eagle

Arbeiten auf einer Mine von Agnico. Quelle: Agnico Eagle

Gerade erst hat Agnico Eagle Mines (WKN 860325 / TSX AEM) die größte Übernahme der 57jährigen Unternehmensgeschichte abgeschlossen. Für rund 3,5 Mrd. Dollar hat man zusammen mit einem Partner Osisko Mining übernommen. CEO Sean Boyd aber will deshalb jetzt nicht aufhören, sich nach weiteren Akquisitionszielen umzusehen.

Agnico ist insbesondere darauf aus, seine Präsenz in Lateinamerika mit kleineren Deals zu stärken, nachdem man letzte Woche die Übernahme von 50% an Kanadas größter Goldmine abschloss. Yamana Gold (WKN 357818 / TSX YRI) übernahm die andere Hälfte dieses größten Deals in der Branche seit 2010. Gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg erklärte Boyd, dass man trotzdem weitere Ziele prüfe.

In den Bereich Fusionen und Akquisitionen im Goldsektor ist dieses Jahr wieder Leben gekommen, nachdem der Gesamttransaktionswert 2013 auf das niedrigste Niveau seit zehn Jahren gefallen war, da die Unternehmen der Goldbranche mit dem starken Einbruch des Goldpreises zurechtkommen mussten. Nach Ansicht von Boyd wird es aber immer wieder Deals geben, da die größten Produzenten versuchen würden, ihr schwerfälliges Unternehmen zu verschlanken, während andere Gesellschaften darauf aus seien, sich neue Minen mit geringen Kosten einzuverleiben.

Vorzugsweise will Agnico Assets in Mexiko erwerben, man könne aber auch darüber nachdenken, in ein neues Land zu gehen, erklärte Boyd. Das Unternehmen, das neben vier Minen in Kanada auch die Kittila-Mine in Finnland betreibt, sieht sich nach Aussage seines CEOs nach kleineren Deals um, bei denen man den Wert des Projekts steigern und möglicherweise die Durchschnittskosten des Gesamtkonzerns senken könnte.

Laut Boyd könnte Agnico in den kommenden Jahren zwei oder drei weitere Minen oder Projekte erwerben, abhängig von deren Lage, ohne sich daran zu übernehmen. Man habe ständig einige Dutzend Projekte, die man prüfe, führte der Agnico-CEO gegenüber Bloomberg weiter aus. Dabei gehe es immer darum, ob diese Akquisitionen gut zu handhaben seien. Wachstum sei schön und gut, so Boyd weiter, aber wenn es nicht gelinge, dieses wirklich im Griff zu haben – wie man bei einigen größeren Konkurrenten gesehen habe -, dann würden sich Akquisitionen nicht auszahlen.

Im vergangenen Jahr verloren Goldminenaktien ungefähr 50% ihres Wertes, als der Preis für das gelbe Metall so stark einbrach wie seit mehr als 30 Jahren nicht mehr. Der Goldpreis hat sich dieses Jahr zwar wieder etwas gefangen und damit eine leichte Erholung an den Märkten für Explorations- und Entwicklungsgesellschaften, die immer Geld brauchen, ausgelöst. Doch der Großteil der so genannten Juniors hat immer noch große Probleme, frisches Kapital aufzunehmen.

Dennoch ist nicht jedes Unternehmen daran interessiert, einen Käufer zu finden. Agnico habe in letzter Zeit mehrere Juniors angesprochen, so Boyd, doch einige hätten eher mäßig interessiert reagiert.

Agnico Eagle hat dieses Jahr bereits knapp 40% an Wert gewonnen und der bereinigte Gewinn des ersten Quartals fiel mehr als doppelt so hoch aus wie die Durchschnittsschätzung von 17 Analysten.

Zudem soll die Canadian Malartic-Mine von Osisko dieses Jahr zwischen 525.000 und 575.000 Unzen produzieren. Die neuen Besitzer Agnico und Yamana prüfen derzeit ob und wenn ja wie sie die Kosten senken und möglicherweise auch die Produktion steigern könnten. Für Entscheidungen in dieser Hinsicht sei es aber noch zu früh, erklärte Agnicos CEO gegenüber Bloomberg.


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Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “Lateinamerika im Fokus: Agnico Eagle Mines – Osisko war nicht unsere letzte Übernahme

  1. JN

    Kanadische Bergwerksunternehmen haben in den vergangenen Jahren in großem Stil stillgelegte Minen in Mexiko aufgekauft, um die verbleibenden Edelmetalle mit extrem umweltschädlichen Verfahren auszubeuten. Dabei zerstören sie rücksichtslos unersetzliche Kultur- und Naturlandschaften wie die Sierra de Catorce in San Luis Potosí. Möglich wird das Ganze nur durch den krisenbedingten Gold- und Silberboom. Da von den korrupten mexikanischen Politikern genauso wenig Einsehen zu erwarten ist wie von den profitgeilen kanadischen Bergwerksunternehmen, bleibt uns nur, auf weiter sinkende Gold- und Silberpreise zu hoffen.

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