Ausgerechnet: Barrick Gold einziger Top-Miner mit Produktionsrückgang im ersten Halbjahr 2014

Erztransport auf einer Mine von Barrick Gold; Bild: Barrick Gold

Erztransport auf einer Mine von Barrick Gold; Bild: Barrick Gold

Eine aktuelle Analyse der weltweiten Minenproduktion deutet darauf hin, dass dieses Jahr 14 Minengesellschaften mit einer Rate von 1 Mio. Unzen Gold pro Jahr produzieren werden und eine 15. sehr nahe an diese Marke heranreichen wird. Interessanterweise ist die einzige dieser Gesellschaften, deren Goldausstoß im ersten Halbjahr 2014 gefallen ist, ausgerechnet Branchenprimus Barrick Gold (WKN 870450).

Und der Produktionsanstieg bei fast allen großen Bergbaufirmen wurde trotz des niedrigen Goldpreises erzielt, der 2013 und 2014 größtenteils vorherrschte. Das war allerdings vor allem auf neue Minen, bereits in Arbeit befindliche Expansionen und Akquisitionen zurückzuführen.

Doch nun, da die Branche Bilanz zieht und davon auszugehen ist, dass keine schnelle, große Aufwärtsbewegung beim Gold ansteht, dürfte das Goldproduktionswachstum in den kommenden Monaten und im nächsten Jahr nachlassen – und die Großkonzerne des Sektors am besten gerüstet sein, um den Sturm zu überstehen. Es dürften eher die kleinen und mittelgroßen Produzenten sein, die am stärksten unter dem niedrigen Preisniveau zu leiden haben. Denn sie können nicht ewig darauf warten, dass der Goldpreis wieder anzieht.

Doch auch die Großen der Branche könnten 2015 und darüber hinaus in schwieriges Fahrwasser geraten. Die schwache Gewinnentwicklung seit dem Goldpreishoch aus dem Jahr 2011 hat zu erheblichen Kostensenkungen geführt. In einigen Fällen mag das einen Produktionsanstieg nach sich gezogen haben, da bevorzugt hohe Gehalte abgebaut wurden. Doch bietet sich diese Möglichkeit nur Unternehmen, die beim Abbau ihrer Lagerstätten flexibel sein können. Und langfristig wirkt sich das negativ auf die Lebensdauer der Mine aus. Darüber hinaus stammt ein Großteil der Kostensenkungen aus der Senkung oder Streichung von Explorationsbudgets, der Verschiebung oder Streichung von Investitionsprojekten sowie der Stilllegung oder dem Verkauf kleinerer, nicht so profitabler Minen. Was sich langfristig ebenfalls negativ auf das Produktionvolumen auswirken wird.

Schaut man sich die Lage bei Barrick genauer an, ist der Produktionsrückgang von 15% eine ziemliche Ausnahme im Sektor. Ein Großteil davon ist auf den deutlichen Einbruch der Metallgehalte auf der Flaggschiffmine des Konzerns Cortez in Nevada zurückzuführen, die für rund die Hälfte des Produktionsrückgangs bei Barrick verantwortlich ist. Hinzu kommt, dass Barrick im ersten Halbjahr mehrere Assets abgestoßen hat, insbesondere in Australien, und zudem die Beteiligung an African Barrick Gold (WKN A1CTRD) heruntergefahren wurde. Allerdings soll der Ausstoß der Cortez-Mine im zweiten Halbjahr wieder steigen, da dann eine Zone mit höheren Gehalten abgebaut werden soll.

Auf der anderen Seite verbuchte AngloGold Ashanti (WKN 164180) einen signifikanten Produktionsanstieg vor allem auf der Tropicana-Mine in Western Australia, die im September 2013 den Betrieb aufgenommen hatte und in den ersten sechs Monaten dieses Jahres die Vollproduktion erreichte. AngloGold profitierte zudem von der starken Produktion der Kibali-Mine in der Demokratischen Republik Kongo, an der der Konzern 45% hält und auf der ebenfalls im September letzten Jahres das erste Gold gegossen wurde. Die Produktion von Anglos Joint Venture-Partner bei Kibali, Randgold Resources (WKN A0B5ZS), stieg angesichts der Inbetriebnahme einer der größten Goldminen Afrikas ebenfalls deutlich.

Den größten Produktionsanstieg verbuchte in der ersten Jahreshälfte 2014 prozentual gesehen Agnico Eagle Mines (WKN 860325). Das war vor allem auf die höheren Gehalte auf der Meadowbank-Mine des Unternehmens sowie die Produktion von La India und Goldex zurückzuführen. Der Gesamtjahresausstoß dürfte noch weiter steigen, da sich dann die Übernahme der Canadian Malartic-Mine von Osisko Mining (zusammen mit Yamana Gold (WKN 357818)) bemerkbar machen wird.

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