Auch Explorer profitieren: Uranpreisanstieg haucht dem Sektor wieder Leben ein

Radioaktives Gestein auf dem Gibbon's Creek-Projekt von Lakeland Resources; Foto: Lakeland Resources

Radioaktives Gestein auf dem Gibbon’s Creek-Projekt von Lakeland Resources; Foto: Lakeland Resources

Seit Anfang vergangener Woche hat sich die Aktie des Uranexplorers Lakeland Resources (WKN A1JLHR / TSX-V LK), kurz bevor wir auf das Unternehmen aufmerksam machten, von 6 auf nun 12 kanadische Cent verdoppelt. Das lag zum einen daran, dass das Unternehmen ankündigte sein viel versprechendes Gibbon’s Creek-Projekt nun selbst zu erbohren, zum anderen aber auch daran, dass die japanische Gemeinde Satsumasendai die Genehmigung vermeldete, das Atomkraftwerk Sendai wieder in Betrieb zu nehmen. Das ist die erste Anlage, die in Japan seit dem Desaster von Fukushima im Jahr 2011 wieder hochgefahren werden soll.

Zusätzlich und vielleicht noch wichtiger, erfuhr der Spotmarkt in den letzten Tagen eine ungewöhnlich hohe Nachfrage, schon bevor die Nachrichten aus Japan bekannt wurden. Der Spotmarkt für Uran ist relativ undurchsichtig und es ist schwer mit Sicherheit zu sagen, wer die Käufer sind, doch Analysten glauben, dass die Versorgungsunternehmen dem Markt neuen Schwung gegeben haben könnten.

Der Spotpreis war seit Fukushima extrem unter Druck geraten, da die zukünftige Nachfrage nach dem strahlenden Metall in Frage gestellt wurde. Die Minenproduktion blieb dabei in etwa unverändert, aber die geringere Verwendung verursachte einen Überschuss.

Laut TradeTech führte die gestiegene Nachfrage am Spotmarkt vergangene Woche nun zum größten prozentualen Uranpreisanstieg seit 1996. Der Spotpreis liegt derzeit bei 41,75 USD pro Pfund, was einen Anstieg von 5,50 USD pro Pfund oder 15% im Vergleich zur Vorwoche bedeutet.

Zwar hat die Inbetriebnahme eines der 49 Atomkraftwerke Japans allein wohl nicht für diesen Anstieg gesorgt, doch endet damit zumindest für den Moment die Spekulation, ob Japan seine Atomindustrie überhaupt wieder hochfährt. Denn die Bären haben spekuliert, dass die japanischen Versorger ihre Lagerbestände von mehr als 100 Mio. Pfund Uran auf den Markt werfen könnten, sollten die japanischen Behörden weiter mit den Genehmigungen zögern.

Und bei jeder Rohstoffgesellschaft ist der Preis des zugrundeliegenden Rohstoffs der größte Werttreiber. Insbesondere bei Produzenten, bei denen Umsatz und Cashflow vom Rohstoffpreis abhängen. Im Uransektor verkaufen allerdings die meisten Produzenten ihr Uran gemäß langfristiger Lieferverträge an die Versorger. Dabei handelt es sich meist um Verträge mit einer Laufzeit von 10 bis 20 Jahren über die Lieferung einer bestimmten Menge Urans zu einem Preis deutlich über dem Spotmarkt.

Für Explorationsgesellschaften ist der Preis des Uranoxids (U3O8) eigentlich weniger bedeutsam, da die Aussicht auf einen zukünftigen Cashflow unsicherer ist. Deshalb ist ein steigender Spotpreis für das Tagesgeschäft dieser Gesellschaften zwar nicht entscheidend, er verstärkt aber das Interesse der Anleger an dem Sektor. Was, wie am Beispiel von Lakeland Resources gezeigt, zu deutlich steigenden Kursen führen kann.

Aber auch andere Explorations- oder Entwicklungsunternehmen wie Denison Mines (WKN A0LFYS), Fission Uranium (WKN A1T87E) und insbesondere NexGen Energy (WKN A1WZPW) haben zweistellige Kurssprünge verbucht. Und natürlich hat die kanadische Cameco Corp. (WKN 882017), die fast 15% des Uranangebots weltweit liefert, ebenfalls profitiert.

Bleibt abzuwarten, wie nachhaltig diese Entwicklung ist, bzw. wie es nun mit dem Uranpreis weitergeht. Ein Anfang für eine Erholung jedenfalls scheint gemacht.

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