Kupfermarkt 2015 im Defizit?: Barrick Gold kündig Schließung der Lumwana-Mine an

Erztransport auf einer Mine von Barrick Gold; Bild: Barrick Gold

Erztransport auf einer Mine von Barrick Gold; Bild: Barrick Gold

Der größte Goldproduzent der Welt Barrick Gold (WKN 870450), der allerdings auch in nicht unerheblichem Umfang Kupfer fördert, gab am gestrigen Donnerstag bekannt, dass man plane, die Kupfermine Lumwana in Sambia stillzulegen. Damit reagiert der Konzern auf eine deutliche Abgabeanhebung der Regierung des afrikanischen Landes.

Das Parlament Sambias hatte ein Gesetz verabschiedet, das zwar die Einkommenssteuer für Unternehmen eliminierte, die Abgaben für Tagebauminen aber von 6 auf 20% erhöhte. Barrick hatte seit Monaten gewarnt, dass dieser Schritt den Betrieb von Lumwana unrentabel machen werde.

Nun, hieß es aus Toronto, habe man keine Wahl, als den Prozess der Stilllegung des Betriebs auf Lumwana anzustoßen. Trotz der Fortschritte, die man bei der Kostensenkung und der Effizienzsteigerung auf der Mine gemacht habe, könne diese nicht ausreichend wirtschaftlich arbeiten, um eine Abgabe von 20% zu finanzieren – insbesondere nicht im aktuellen Kupferpreisumfeld.

Dieser Schritt Barricks setzt die Regierung unter Druck, es sich noch einmal anders zu überlegen. Denn, betont das Unternehmen, die Mine schaffe 4.000 direkte Arbeitsplätze und habe vergangenes Jahr Güter und Dienstleistungen im Wert von fast 400 Mio. USD von Lieferanten aus Sambia erworben. Sollte die neue Abgabe nicht geändert werden, rechnet Barrick damit, im vierten Quartal eine Abschreibung auf Lumwana vorzunehmen. Derzeit liegt der Buchwert der Mine bei 1 Mrd. USD.

Barrick plant, die Zahl der Beschäftigten ab März zu reduzieren und die Schließung der Mine noch im zweiten Quartal 2015 abzuschließen. Das würde der Regierung Sambias noch Zeit lassen, ihre Meinung zu ändern und die Änderungen rückgängig zu machen.

Diese neueste Entwicklung ist ein weiterer Rückschlag für Lumwana, eine Mine, die dem Konzern schon mehr als ein Mal Schwierigkeiten gemacht hat. Man hatte das Asset schon zu teuer erworben, als man 2011 für 7,3 Mrd. Dollar den Besitzer Equinox Minerals übernahm. Dann gab es auch noch massive operative Probleme, sodass Barrick schon im vergangenen Jahr eine Abschreibung auf die Mine in Höhe von 3,8 Mrd. USD vornehmen müsste.

Schließlich gelang es, auf Lumwana diverse Verbesserungen umzusetzen, obwohl auch 2014 ein schwieriges Jahr war. Im dritten Quartal produzierte die Mine 75 Mio. Pfund Kupfer zu Cashkosten von 1,84 USD pro Pfund.

Die Analysten von TD Securities wiesen darauf hin, dass eine Schließung von Lumwana das für 2015 erwartete Kupferangebot weiter sinken lassen würde, nachdem BHP Billion (WKN 908101) und Rio Tinto (WKN 852147) bereits ihre Produktionsprognosen für das kommende Jahr gesenkt hatten.

TDS geht deshalb davon aus, dass der Kupfermarkt 2015 keinen Angebotsüberschuss ausbilden dürfte, sondern sich mehr einem Defizit nähert. Was den Kupferpreis stützen würde.

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