Die Schuldenlast drückt: Barrick Gold will gleich zwei weitere Minen verkaufen

Kupfermine

Kupfermine von Barrick Gold, Foto: Barrick Gold

Der größte Goldproduzent der Welt Barrick Gold (WKN 870450) plant, seine Minen Porgera und Cowal zu verkaufen. Das ist Teil einer umfangreichen Initiative, mit der der Konzern 2015 seine Verbindlichkeiten senken will. Zudem strebt Barrick eine schlankere, weniger zentralisierte Unternehmensstruktur an.

Der Konzern hatte am gestrigen Mittwoch einen gewaltigen Verlust von 2,85 Mrd. USD für das vierte Quartal 2014 gemeldet. Barrick hatte dabei eine Abschreibung in Höhe von 930 Mio. USD auf seine vor der Schließung stehende Mine Lumwana vorgenommen, was allgemein erwartet worden war. Nicht erwartet hatten Beobachter hingegen eine weitere, 778 Mio. USD schwere, Abschreibung auf das Cerro Casale-Projekt, das bei den aktuellen Metallpreisen aber auch schwer zu rechtfertigen ist. Weitere Abschreibungen auf andere Assets kamen hinzu.

Im vergangenen Sommer hatte Barricks Chairman John Thornton über einen Plan gesprochen, Barrick wieder zu verschlanken, indem das Management auf Minenebene größere Verantwortung zurückerhalten soll. Dazu gab es weitere Details sowie die Nachricht, dass die Stellen im Hauptquartier des Unternehmens in Toronto fast halbiert werden.

Barrick erklärte darüber hinaus, dass man die Konzernbilanz schon kurzfristig aufbessern wolle, indem die Verbindlichkeiten in diesem Jahr um 3 Mrd. USD gesenkt werden sollen. Man gestand ein, dass man in den vergangenen Jahren zu große Schulden angehäuft habe. Das habe nicht den Prinzipien des Unternehmens entsprochen und sich deshalb auch im Aktienkurs widergespiegelt. Laut Barrick habe man mehrere Optionen, um das Ziel der Schuldensenkung zu erreichen. Weiter ausführen wollte der Konzern das aber nicht.

Der Verkauf der Porgera-Mine in Papua Neu Guinea, die 2014 fast 500.000 Unzen Gold produzierte, könnte die Bilanz des Konzerns schnell aufbessern. Allerdings gibt es auf der Mine Probleme mit den Arbeitern, was mögliche Interessenten davon abhalten könnte, einen vollen Preis zu zahlen. Cowal hingegen ist wesentlich kleiner und würde voraussichtlich keinen hohen Preis erzielen.

Lässt man die Abschreibungen außen vor, erzielte Barrick im vierten Quartal 2014 solide Ergebnisse. Der bereinigte Gewinn von 174 Mio. USD oder 0,15 USD pro Aktie übertraf sogar die Konsensschätzung der Analysten. Der Konzern erwartet für dieses Jahr einen Ausstoß zwischen 6,2 und 6,6 Mio. Unzen Gold und geht davon aus, dass auch 2016 und 2017 die Marke von 6 Mio. Unzen übertroffen werden wird. Die Produktion des Konzerns wird allerdings kaum noch – wenn überhaupt – wachsen, da das gigantische Pascua-Lama-Projekt auf Eis gelegt werden musste und das wichtigste Wachstumsprojekt des Unternehmens Goldrush (in Nevada) noch Jahre vom Produktionsbeginn entfernt ist.

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