Eine Frage des Preises: Wie weit würde Potash Corp. bei der K+S-Übernahme gehen?

Kali-Bohrkerne; Foto: Western Potash Corp.

Kali-Bohrkerne; Foto: Western Potash Corp.

Der deutsche DAX-Konzern K+S AG (WKN KSAG88) versucht die Anleger davon zu überzeugen, dass das Übernahmeangebot der kanadischen Potash Corp (WKN 878149) viel zu niedrig angesetzt ist. Ganz so einfach dürfte das aber nicht werden.

Denn die Aktien des in Kassel ansässigen Unternehmens liegen derzeit bei rund 38,60 Euro und damit noch unter der informellen Offerte aus Kanada, die sich auf 41 Euro beläuft. K+S hatte das Angebot vergangene Woche offiziell zurückgewiesen und erklärt, der tatsächliche Wert der Papiere könnte bei mehr als 60 Euro je Aktie liegen.

Experten und Beobachter sehen derzeit kaum Chancen auf ein konkurrierendes Angebot. Viele von ihnen glauben zwar, dass Potash Corp. die Offerte erhöhen könnte, doch denken einige Analysten auch, dass das derzeitige Angebot bereits „großzügig“ ist. So erklärten beispielsweise die Experten der Scotiabank, dass die Kanadier den Aktionären von K+S gerade einen Lotteriegewinn beschert hätten, das Unternehmen aber dazu geraten habe, diesen nicht anzunehmen.

All das scheint darauf hinzudeuten, dass Potash Corp. sich in einer nicht allzu schlechten Ausgangslage befindet, um die Akquisition erfolgreich abzuschließen, wenn man das denn will. Die Frage, die sich stellt, ist, ob man es auch tun sollte.

Es gibt durchaus unterschiedliche Ansichten zu dem Deal zwischen den zwei Kali-Majors, doch halten viele Experten ihn für sinnvoll, da der Potash Corp. einen größeren Einfluss auf die Preisgestaltung im Kalimarkt bescheren würde. Mit der K+S-Transaktion würde der Marktanteil der Kanadier auf mehr als 30% steigen, sodass der Konzern in einer besseren Ausgangsposition gegenüber seinen Kunden wäre. Potash Corp. hat in seiner Strategie schon immer dem Preis und nicht dem Volumen den Vorrang gegeben, selbst als die asiatische Konkurrenz sich bereit zeigte, den Preis fallen zu lassen, um sich einen größeren Anteil des Marktes zu sichern.

Auf der anderen Seite könnte man argumentieren, dass Potash Corp. die Assets der Deutschen einfach nicht braucht. Der kanadische Konzern verfügt über mehrere Millionen Tonnen neuer Produktionskapazität, die in Saskatchewan bald zur Verfügung stehen und wo die operativen Kosten niedriger liegen als auf allen Minen von K+S in Europa. Man braucht auch eigentlich keine zusätzliche Kapazität, da am Markt bereits ein Überangebot herrscht. Und K+S behauptet ja auch, dass die Kanadier die Produktion in Europa im Fall einer Übernahme zusammenstreichen wollen, um so das Überangebot zu senken. Was Potash Corp. wiederum zurückweist.

Doch es gibt auch andere mögliche Vorteile einer solchen Transaktion. So könnte Potash Corp. Werte realisieren, indem man den Fluss der K+S-Produkte durch seine Verkaufspipeline optimiert. Der Konzern hätte mit dem Deal zudem eine erste große Präsenz in Europa und der schwächere Euro macht die Assets der Kasseler auch attraktiver. Und Potash Corp. sieht natürlich den Kalimarkt – mindestens langfristig – sehr positiv. Sollte der Kalipreis tatsächlich wieder deutlich steigen, könnte eine solche Großtransaktion in einigen Jahren als äußerst geschickt erscheinen.

Schlussendlich kommt es auf den Preis an. Die Scotiabank jedenfalls argumentiert, dass Potash Corp. das Gebot zurückziehen und sich verabschieden sollte, statt auf die Forderung von K+S nach einem wesentlich höheren Gebot einzugehen. Die Analysten raten, die K+S-Aktie zu shorten, da sie davon ausgehen, dass diese einbricht, sollte Potash Corp. einen Rückzieher machen. Andere Analysten hingegen glauben, dass zu einem nur geringfügig höheren Preis ein einvernehmlicher Deal zustande kommen könnte.

Der kanadische Konzern könnte natürlich auch eine feindliche Übernahme versuchen, sollte K+S sich endgültig querstellen. Aber bislang deutet alles darauf hin, dass man eine einvernehmliche Lösung bei Weitem bevorzugt. Vergangenen Freitag beispielsweise erklärte Potash Corp., dass man angeboten habe, die Bedenken der Deutschen in „kooperativen“ Gesprächen auszuräumen.

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