Sondersituationen: Barrick Gold – Die Angst geht um

Golderzmühle; Foto: Barrick Gold

Golderzmühle; Foto: Barrick Gold

Die Aktie des kanadischen Goldproduzenten Barrick Gold (WKN: 870450) stößt in Deutschland bei Börsianern und Medien auf riesiges Interesse. Das gilt erst recht für Sondersituationen und in einer solchen befindet sich die Goldminenaktie aktuell Zweifels ohne. Das zeigt allein der Blick auf den gestrigen Kursverlauf an der US-Börse: Satte 15,7 Prozent Kursverlust sind für ein milliardenschweres Unternehmen wie den kanadischen Edelmetallkonzern alles andere als alltäglich – vor allem, wenn es nur der letzte Schritt eines horrenden Kursverfalls ist.

Bei 7,41 Dollar hat der Aktienkurs von Barrick Gold gestern den Handel an der Wall Street beendet. Wie heftig das Kursdrama um den Wert ist, zeigt ein Vergleich mit Kursen aus der jüngeren Vergangenheit. Am 14. Mai begann der aktuelle Kursverfall bei 13,60 Dollar, der mit dem Rutsch unter die Unterstützungszone bei 10,04/10,31 Dollar Mitte Juli Fahrt aufgenommen hat. Am 14. Juli notierte die Aktie noch bei Kursen um 10 Dollar, seitdem geht es steiler und steiler abwärts.

Wo ist der Boden für die Barrick Aktie?

Es ist bisher die letzte Etappe der Baisse, die 2011 bei 55,95 Dollar begonnen hat. Die Börse rätselt derzeit, wo der Boden ist. Charttechnisch ist der kaum auszumachen, insbesondere aufgrund der hohen Abwärtsdynamik sind die Risiken derzeit weiterhin enorm. Sollte der Aktienkurs von Barrick Gold nach den heftigen Verlusten und aufgrund einer stark überverkauften Lage zu einer Gegenbewegung ansetzen, wäre diese möglicherweise ebenfalls recht dynamisch. Oberhalb von 10 Dollar kommt allerdings spätestens eine harte Widerstandszone ins Spiel – hier läge ein typisches charttechnisches Pullbackziel, das angesteuert werden könnte, aber nicht angesteuert werden muss.

Dem Anteilsschein der Nordamerikaner werden derzeit vor allem zwei Faktoren zum Problem: Zum einen der deutliche Kursrückgang beim Goldpreis. Die Notierung der Feinunze kommt wegen der Dollarstärke unter Druck – hier wirkt die angekündigte Wende bei den US-Leitzinsen. Der Kursrutsch an die 1.100-Dollar-Marke macht Barrick Gold verglichen mit der Konkurrenz allerdings besondere Probleme: Das liegt, Faktor Nummer zwei, an der hohen Verschuldung der Kanadier im Vergleich zu anderen Majors der Goldbranche wie zum Beispiel Newmont Mining (WKN: 853823) oder Goldcorp (WKN: 890493), die beim Vergleich der Schulden zum operativen Gewinn deutlich besser abschneiden.

Barrick Gold hat große und drängende Probleme

Hinzu kommen die Produktionskosten. Barrick ist bei der Goldproduktion stark auf die USA fokussiert, vor allem auf Nevada, und bekommt damit die derzeitige Dollarstärke komplett zu spüren. Der im Vergleich dazu schwächere Kanadische Dollar dagegen lässt andere Produzenten, die sich stärker auf Kanada fokussieren und zudem niedriger verschuldet sind, bei den Kosten besser dastehen.

Es sind also immense fundamentale Probleme, mit denen Barrick Gold derzeit konfrontiert wird. Nur an einem Teil der Probleme kann der Goldminenkonzern arbeiten: Der Verschuldung. Doch angesichts fallender Goldpreise ist auch dies kein einfaches Unterfangen für das Management. Das wird die Aktie zwar nicht davon abhalten, sich immer wieder einmal zwischendurch von Rückschlägen zu erholen, die Schuldenlast bleibt aber eine immense Belastung für den Anteilsschein

 

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