Interview mit Sven Olsson, Director Zimtu Capital Corp.: Einzigartiges Geschäftsmodell: Geringes Risiko und hoher Hebel

Die Tantal-Lagerstätte auf dem Blue-River-Projekt von Commerce Resources in Kanada

Sven Olsson hat Rhetorik, Literatur und Philosophie in Tübingen studiert, bevor er 1995 als Redakteur zur Stuttgarter Zeitung wechselte. Nach sieben Jahren journalistischer Arbeit wurde Herr Olsson 2001 Partner bei der Investor Relations Beratung AXINO AG und ist seit 2009 Direktor der kanadischen Zimtu Capital Corp. Wir sprachen mit Herrn Olsson über das einzigartige Geschäftsmodell von Zimtu und die Chancen, die sich Anlegern hier bieten.

in den Internetboom zurückreichen. Können Sie unseren Lesern kurz die Geschichte des Unternehmens zusammenfassen?

Sie haben Recht. Die heutige Zimtu Capital Corp. hatte eine Vorläufergesellschaft mit Namen Zimtu Technologies Inc. Deren Wurzeln reichen in der Tat bis in die Internet-Ära zurück. Die eigentliche Leistung des damaligen und heutigen Managements war es, die Gesellschaft, die nach dem Platzen der Internetblase vor dem Aus stand, Schritt für Schritt in eine erfolgreiche Beteiligungsgesellschaft umzuwandeln. Aus bescheidensten Anfängen ist so heute eine Gesellschaft entstanden, die insgesamt sieben Börsengänge – alle im Rohstoffsegment – erfolgreich bestritten hat, und aus der bekannte Unternehmen wie Commerce Resources Corp. oder Western Potash Corp. hervorgegangen sind. Die beiden letztgenannten haben immerhin jeweils mehr als 40 Mio. CAD auf dem Kapitalmarkt eingesammelt und stehen längst auf eigenen Beinen.

Zimtu selbst ist überschaubar geblieben. Das Unternehmen hat heute rund 10 Mio. CAD unter Management – dabei muss man aber sehen, dass das Unternehmen auf dem Weg dorthin seit 2003 nur eine einzige Kapitalerhöhung vorgenommen hat. Man kann daher mit Fug und Recht sagen, dass dieses Geld wirklich verdientes Geld ist. Zugleich leuchtet ein, dass mit 10 Mio. CAD Beteiligungsvolumen endlich eine Größe erreicht wurde, die ein schnelleres Wachstum zulässt. Der Anfang ist immer das Schwerste.

Wie sieht das Geschäftsmodell von Zimtu heute genau aus? Welche Services bieten Sie den Unternehmen an? Womit verdient Zimtu sein Geld?

Zimtu ist spezialisiert auf die Finanzierung von Rohstoffunternehmen in der Gründungsphase unmittelbar vor dem Börsengang. Zimtu nutzt dazu alle Formen, die die kanadische Börse anbietet (IPOs, RTO, so genannte Shells, CPCs) und bringt seine Beteiligungen in der Regel selbst an die Börse. Aktionäre von Zimtu erhalten so einen privilegierten Zugang zu jungen Unternehmen auf einem Preisniveau, das sonst nur einer kleinen Gruppe von Insidern vorbehalten ist. Selbst in Kanada ist das Zimtu-Modell nicht üblich – wer teilt schon gerne? Erst recht für uns Europäer, die in der Vergangenheit häufig spät und zu höheren Bewertungen eingestiegen sind, bietet Zimtu eine erstklassige und vor allem faire Chance im riskanten Geschäft mit Explorationsgesellschaften. Zimtu schützt seine eigenen Investments zudem, indem es den Beteiligungsfirmen hilft, bei institutionellen Investoren weiteres Wachstumskapital in der zweiten und dritten Finanzierungsrunde aufzunehmen. Die Stärke  besteht letztlich darin, eigene Ideen mit eigenem Geld anzuschieben, sodass es für dritte Investoren attraktiv ist.

Das zweite Standbein von Zimtu ist das Maklergeschäft für Rohstoffliegenschaften. Allein in den vergangenen Monaten hat Zimtu fünf Mal erfolgreich Explorations-Liegenschaften an andere börsennotierte Unternehmen vermittelt und dabei 4 ½ Mio. Aktien in jungen Unternehmen als Provision erhalten. Wohlgemerkt, diese Aktien stehen mit Anschaffungskosten von Null in unseren Büchern! Wir – und damit meine ich die Zimtu-Aktionäre – haben jetzt den Luxus zu beobachten, wie sich diese jungen Beteiligungsunternehmen entwickeln. Wenn es gut läuft, machen wir viel Gewinn, wenn es floppt, verdienen wir weniger, aber wir verdienen immer. Wir lieben dieses Geschäft, weil es einerseits ein geringes Risiko besitzt, andererseits der Hebel sehr hoch sein kann. Selbstverständlich planen wir weitere Geschäfte dieser Art, mit denen wir den Hunger nach Projekten befriedigen.

Was unterscheidet Sie von klassischen Beteiligungsgesellschaften? Was bietet Zimtu den Aktionären, was Explorationsfonds nicht bieten können?

Wir sind aktive Investoren. Damit meine ich, dass wir nicht nur einfach Geld von rechts nach links schieben. Wir gründen unsere Beteiligungen- wie gesagt in der Regel selbst. Das bedeutet, dass wir von Anfang an zu Gründerkonditionen beteiligt sind und Einfluss auf die Gesellschaft haben. Bei Maklergeschäften ist das natürlich etwas anderes. Aber bei zentralen Investments sind wir mit im Board of Directors vertreten. Mit einem Explorationsfonds würde ich uns gar nicht vergleichen. Solche Fonds treffen ihre Entscheidungen oft weit weg vom Geschehen. Genau genommen kreieren wir die Produkte, die später von solchen Fonds gekauft werden. Das Know-how besteht darin, einen Fondsmanager zu überzeugen, dass auch er noch ein gutes Geschäft macht, wenn er die Aktie zum doppelten Preis erwirbt wie wir selbst. Die Qualität der Produkte muss einfach stimmen, und dabei denke ich nicht allein an den Inhalt, sondern auch an die Form. Es ist wichtig und wird von Privatanlegern gerne vernachlässigt, dass die Aktionärsstruktur stimmen muss.

Bei dem von Ihnen angesprochenen Geschäftsmodell ist der Deal-Flow von entscheidender Bedeutung. Wie stellen Sie sicher, dass Sie ständig interessante Properties finden bzw. immer die richtige Story für den aktuellen Kapitalmarkttrend finden?

Zimtu und insbesondere Zimtus CEO Dave Hodge hat sich über Jahre einen Ruf als fairer Partner erworben, sowohl gegenüber geologischen Gruppen, mit denen wir  zusammenarbeiten wie gegenüber den Käufern von Liegenschaften. Das Zimtu-Office in Vancouver ist eine Drehscheibe für „Deals“. An manchen Tagen geben sich die Projektanbieter buchstäblich die Klinke in die Hand. Man kann sich als deutscher Anleger die Dynamik und die Umtriebigkeit dieses Geschäfts nur schwer vorstellen. Ganz Vancouver ist ein riesiger Brutofen für börsennotierte Beteiligungsgeschäfte. Es geht darum: Wer schneller Trends erkennt und manchmal auch nur Moden besetzt, der verdient das Geld. Ich erinnere nur an den Boom von Uran-Firmen vor ein paar Jahren. Diese Unternehmen sind wie Pilze aus dem Boden geschossen und jedes brauchte mindestens ein Projekt. Jetzt ist sind es vielleicht Lithium- oder Seltene Erden-Projekte, die „der Markt“, also die institutionellen Investoren wollen.

Ich will damit sagen, es gibt schier unendlich viele Möglichkeiten für Beteiligungen, an Deal-Flow mangelt es also bestimmt nicht. Von 30 Angeboten werden bei uns vielleicht 10 näher angeschaut und dann schafft es vielleicht ein Projekt, dass wir uns tatsächlich engagieren. Wichtig ist, dass wir sowohl im Hause wie auch insbesondere bei unserem Beteiligungsunternehmen Western Potash über eine enorme Expertise verfügen, und zwar geologisch wie rechtlich. Bei Western Potash arbeiten überwiegen frühere Rio Tinto Geologen, die natürlich  einen exklusiven Zugang zu hoch qualitativen Deals besitzen.

Risikomanagement ist im Bereich der Explorationsunternehmen der Schlüssel zum Erfolg. Was ist Ihr Geheimnis, um hohe Erträge bei überschaubarem Risiko für Ihre Aktionäre zu erzielen? Worin liegt das Hauptrisiko für Zimtu?

Zimtu hat sich aus kleinen Anfängen hochgearbeitet. So etwas prägt im Umgang mit Risiko. Wir sind sehr vorsichtig und versuchen, unser Risiko möglichst klein zu halten, und zwar am einfachsten dadurch, dass wir möglichst geringe Summen auf einmal einsetzen. Man kann in diesem Geschäft mit wenig Geld viel bewegen, wenn man früh genug dran ist. Man kann aber auch anstelle von Geld einfach gut strukturierte Aktienvehikel – Börsenmäntel – als Akquisewährung einsetzen, was wir ebenfalls tun. Wir wollen definitiv keine Beteiligungsgesellschaft sein, die große Summen auf ein Pferd wettet. Wir unterscheiden klar zwischen unseren Kernbeteiligungen und kleineren Nebenbeteiligungen, mit denen wir opportunistischer verfahren. Wir nutzen unsere Nebenbeteiligungen im Wesentlichen, um uns zu refinanzieren. Das Hauptrisiko von Zimtu besteht darin, dass die Börse generell keine Finanzierungen mehr macht. Wir brauchen letztlich den Risikohunger institutioneller Investoren, denn nur dann können wir in zweiter und dritter Runde Finanzierungen für unsere Firmen finden. Und selbstverständlich kann der Kurs unserer Beteiligungen schwanken und damit der innere Wert unserer Aktie.

Schauen wir uns das Portfolio von Zimtu etwas genauer an. Welche Unternehmensbeteiligungen hält Zimtu derzeit? Wie hoch ist der Anteil nicht-börsennotierter Gesellschaften? Wie hoch ist derzeit der NAV je Aktie?

Die drei wichtigsten strategischen Investments sind derzeit Commerce Resources Corp., Western Potash Corp. und Triple Dragon Resources Inc. Zimtu gehören bei Triple Dragon 70 Prozent der Anteile. Zusammen mit den nicht strategischen Beteiligungen haben unsere börsennotierten Beteiligungen aktuell einen Wert von 10 Mio. CAD oder umgerechnet 1,57 CAD pro Aktie. Die Aktie handelt derzeit bei 1,20 CAD. Dieser Bewertungsabschlag ist für eine Beteiligungsgesellschaft nicht ungewöhnlich: Anleger erwerben die Aktien in unserem Portfolio zu einem Discount-Preis. Unsere Position in Triple Dragon möchte ich kurz erläutern. Wir haben Triple Dragon als Börsenmantel erworben. Das Unternehmen ist noch nicht an der TSX Venture Exchange, sondern an der kanadischen CNSX-Börse notiert. Triple Dragon hat zwar eigene interessante Assets, aber wir wollen das Unternehmen durch ein Investment im Zusammenhang mit einer noch zu definierenden Liegenschaftstransaktion in die nächst höhere Börsenklasse bringen. Der Wert von Triple Dragon liegt für uns vor allem in der ungewöhnlichen Aktionärsstruktur, die ja im Grunde wie eine Einladung für ein fähiges Management mit einem guten Projekt wirkt. Statt selbst langwierig an die Börse zu gehen, können sie mit Triple Dragon fair beteiligt sein und sofort durchstarten. Für Zimtu ist Triple Dragon daher eine Art Wild Card mit einem potenziell hohen Hebel für unser Portfolio.

Wie sind die Aktien des Unternehmens verteilt. Wie hoch ist der Anteil des Managements? Gibt es weitere strategische Investoren?

Zimtu hat vergleichsweise wenige Aktien ausgegeben, derzeit insgesamt nur 6,4 Mio. Stück. Davon gehören dem Management 25 Prozent, ca. eine Million Aktien gehören uns nahestehenden Investoren. Die andere Hälfte der Aktien verteilt sich auf sehr viele Kleinaktionäre, insgesamt mehr als 2800. Wenn wir junge Gesellschaften per Spin Off an den Markt bringen, wie wir es mehrmals getan haben, ist die Zimtu-Beteiligung für junge Gesellschaften sehr interessant, denn sie erben quasi von Geburt an eine Vielzahl von Investoren. Freilich hat die Tatsache, dass nur wenige Aktien am Markt sind, auch Nachteile. Der Handel in Zimtu ist naturgemäß nicht groß. Allerdings wird dies künftig eine geringere Rolle spielen, sollte Zimtu einmal die zwei oder drei Dollar-Marke erreichen.

Warum sollten Investoren gerade zum jetzigen Zeitpunkt in Zimtu Capital Corp. investieren?

Zimtu hat mit seinen Beteiligungen an Western Potash, Commerce Resources oder Triple Dragon eine Reihe von Eisen im Feuer. Jedes dieser Investments kann sich im Wert vervielfachen und gegebenenfalls die gesamte heutige Bewertung von Zimtu ausmachen. Die Zimtu-Aktie hat also durchaus die Chance, sich zu verdoppeln. Gleichzeitig sind die Risiken verteilt, was für Privatanleger immer besser ist, als selbst auf eine Explorationsaktie zu setzen.

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